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Racheengel - Das Leben ist ein Spiel



Autor: Leo
Genre: Drama
Hauptpersonen: Amanda, Bill und Tom
Nebenpersonen: Gustav, Georg un Kit
Disclaimer: Die Personen (Tokio Hotel und deren Verwanden) gehören mir nicht, ich habe sie mir für diese Story nur geliehen und ich verdiene auch kein Geld damit.
Claimer: Amanda, Kit, Jill und Alicia gehören mir… so wie die Idee zur Story ist ebenfalls mein Eigentum.

Wenn du denkst, dass du irgendwann über die Geschehnisse der Vergangenheit hinweg kommst, dann hast du falsch gedacht. Auf ewig werden die Erinnerungen in deinem Kopf bleiben, täglich wirst du alles noch einmal von neu erleben. Amanda will das verhindern und sucht den Grund für all die Qualen....Bill!



Prolog

Wenn man mich fragen würde, was es heißt zu Lieben und zu Leben, könnte ich ihm darauf keine Antwort geben. Wenn jemand wissen will, was es bedeutet, Zuwendung und Geborgenheit geschenkt zu bekommen. Ich wüsste es nicht.
Wird denn jeder Mensch geliebt?
Ich denke, die Meisten würden so etwas erst wissen, wenn sie sterben. Sobald man nicht mehr da ist, merken die anderen plötzlich, wie wichtig sie einem doch waren. Aber dann…ist es schon zu spät.
Leben bedeutet Lieben. Lieben bedeutet leiden. Wenn du keinen Schmerz spüren willst, dann liebe einfach nicht. Doch wenn du nicht liebst… für was lebst du dann?
Was bedeutet es also zu leben?


Amanda hält kurz inne und runzelt die Stirn. Langsam fährt sie sich mit einer Hand durch die pechschwarzen Haare. Ihre eiskalten grünen Augen blitzen über das voll geschrieben Blattpapier. Noch einmal lässt sie sich die Worte durch den Kopf gehen.
Immer wieder muss sie darüber nachdenken.
Warum war sie nur so dumm gewesen?
Es war ein Fehler. Sie hat doch keine Ahnung. Sie weiß gar nichts.
Ihr Blick wandert hinüber zum Fenster. Pech schwarze Nacht herrscht draußen. Der Wind raschelt gefährlich leise durch die Blätter und ein nebliger Schleier umgibt die düstere Umgebung.
Jeder Mensch macht mal Fehler. Doch wieso hatte sie gerade diesen gemacht?

Was hat das Leben für einen Sinn?
Es ist da, um einen zu quälen. Jeder leidet, niemand ist rund um glücklich.
Man genießt sein ganzes elendes Dasein hier, um dann am Ende zu sterben. Geht es einem dann endlich wieder gut?
Das Leben lässt alte Wunden immer wieder aufplatzen. Reißt einen zurück in die Vergangenheit und lässt einen die grausamen Geschehnisse alle noch einmal erleben. Ist man in dieser anderen Welt dann endlich befreit?
Ist mein Fehler… dann somit widerlegt? Kann ich dann endlich meinen Frieden finden?


Kapitel 1
~Jedes Drama hat einen Anfang~


„Hey, jetzt guck doch nicht so!“ Kit stößt Amanda spielerisch in die Seite und wirft ihr dabei einen schiefen Blick zu. Die dunklen Locken kringeln sich währenddessen verwegen um sein Gesicht und unterstreichen seine blauen Augen. „Das ganze ist doch schon bald 16 Monate her!“
Amanda knirscht mit den Zähnen. Wie gebannt blickt sie auf den Fernseher, die Arme fest vor der Brust verschränkt. Sie möchte weg schauen, doch es will nicht gelingen.
Hypnotisiert schaut sie den Jungen mit den schwarzen, langen Haaren an. Wie er mit geschmeidigem Gang den roten Teppich entlang geht und von tausenden Fans bejubelt wird. Die ganze Welt liegt ihm einfach zu Füßen.
Er sieht aber auch unverschämt gut aus. Die dunklen Augen mit den langen schwarzen Wimpern, die blasse Haut, der schöne Körper in den engen Klamotten.
„Ich weiß gar nicht, was die alle so toll an dem finden!“, grummelt Amanda vor sich hin und pustet sich eine dunkle Strähne aus der Stirn.
Bill hat sich nicht viel verändert, seitdem er mit Tokio Hotel berühmt ist. Die blonden Strähnen machen kaum einen unterschied zu dem Menschen von früher. Seine tiefen, fast schwarzen Augen sind immer noch so schön und innig wie damals.
„Ach, und was fandest du dann früher so toll an ihm?“ Kit zieht beide Augenbrauen in die Höhe. Amanda murmelt nur etwas Unverständliches vor sich hin.
Was sie an ihm toll fand?! Alles!
Doch nun ist sie nicht mehr das dumme, naive Blondchen von damals. Sie, Amanda, hat sich verändert. Sie ist stolz auf ihre nun pechschwarze Haarmähne, ebenso wie auf die grün getönten Kontaktlinsen. Bill würde sie so sicher nicht wieder erkennen. Wahrscheinlich hat er Amanda sowieso schon gänzlich vergessen…und das was damals war.
Dieser Gedanke lässt Wut in der Schwarzhaarigen aufschäumen. Ihr Herz beginnt wie Feuer zu brennen. So fest sie kann ballt sie ihre Hände zu Fäusten. Ihre Fingernägel schneiden sich ins Fleisch und lenken sie so von den Stichen in der Brust ab.
Noch immer tun ihr die Geschehnisse aus der Vergangenheit weh. Sie kommt einfach nicht darüber hinweg. Über Bill.
Er hat sie zu sehr verletzt. Hat mit ihren Gefühlen gespielt und das ohne irgendwelche Schuldgefühle.
Verächtlich schnaubt Amanda auf. Mit zusammen gekniffenen Augen erhascht sie noch einen letzten Blick auf Bill, auf Tokio Hotel, ehe die Kamera dann umschwenkt.
Er hat es gar nicht verdient so berühmt zu sein. Wenn die anderen alle wüssten wie grausam er doch ist. Wie gut er doch schauspielern kann.
Er, Bill, verdient die Schmerzen und die Qualen. Die Gefühle, die Amanda sooft einholen. Die sie nicht vergessen lassen. Doch Bill könnte nie so leiden. Er liebt ja ausschließlich nur sich selbst. Frustriert verzieht Amanda das Gesicht zu einer Grimasse. Bill wird für immer glücklich sein und mit Tokio Hotel Erfolg haben.
Doch jäh blitzen ihre Augen auf. Aber was wäre wenn… Amandas Lippen umspielt plötzlich ein teuflisches Grinsen.
Schon oft hat sie daran gedacht. Wie viele Male sind ihre Gedanken in den letzten Monaten zu Bill gewandert? Mehrmals hat sie sich ausgemalt, wie es ihm schlecht geht und er vor sich hin leidet. Das zurückbekommt, was er Amanda angetan hat.
Vielleicht könnte sie ja dafür sorgen.
Dass er leidet… so grausame Qualen durchlebt wie Amanda. Der Schmerz war da, weil sie, Amanda, wirklich etwas für Bill gefühlt hat. Und nun wird er leiden, weil er fühlen wird!
„Amanda bist du noch da?!“
Eine Hand wedelt vor ihren Augen auf und ab und befördert Amanda somit zurück in die Realität. Mehrmals muss sie blinzeln, ehe sie begreift, dass sie immer noch mit Kit im Wohnzimmer sitzt.
„Oh, ehm ja klar!“, sie setzt ein aufgeheitertes Lächeln auf.
Kit zieht nur beide Augenbrauen in die Höhe und schüttelt den Kopf.
Er und Amanda sind nun schon seit über einem Jahr befreundet. Kit weiß über alles Bescheid. Die Wette, das falsche Spiel mit den Zwillingen, die wahren Gefühle und dann der tiefe Fall. Er stand Amanda in dieser Zeit bei und war immer für sie da.
Er ist der einzige Junge, den Amanda als besten Freund ansieht. Sie helfen sich gegenseitig und verbringen viel Zeit miteinander.
„Warst du mit deinen Gedanken mal wieder bei Bill?!“ Kit blickt die Schwarzhaarige abschätzend an.
Er hält nicht viel von dem Sänger.
„Nein, war ich nicht!“, verteidigt Amanda sich und versucht einen empörten Gesichtsausdruck zustande zu bringen.
Sie wird Kit schon noch davon erzählen… dass sie sich Rächen will, ihn, Bill, dafür bezahlen lassen, für das was er ihr angetan hat.
Doch dafür ist es noch zu früh. Vorerst muss sie den Plan richtig ausarbeiten und wissen, dass er funktioniert. Es wird nicht leicht werden, doch abwarten. Und wer weiß, vielleicht wird sie dann endlich befreit sein von den Qualen der Vergangenheit.
Dann ist es nämlich Bill der leidet und nicht sie!
„Na ja ich werde jetzt mal nach Hause gehen! Ich hab noch keine Hausaufgaben gemacht. Tschüss!“ Amanda springt auf.
Sie spürt Kits bohrenden Blick im Rücken, während sie zur Tür geht. „Bis dann“, murmelt dieser leise und schüttelt kurz den Kopf, als die Haustür mit einem Knall hinter Amanda zuschlägt.
Diese atmet nun die kühle Winterluft ein. Kleine Staubwölckchen kommen aus ihrem Mund hervor und steigen gen Himmel.
Leichter Schnee rieselt auf sie hinab und lässt sie schaudern.
So schnell es auf dem rutschigen Weg möglich ist begibt Amanda sich nach Hause.
Der Sommer vor einem Jahr war so unerträglich heiß und der Winter nun ist viel zu eisig.
Fröstelnd und mit verschränkten Armen setzt Amanda einen Fuß vor den anderen. Mit jedem Schritt knirscht es unter ihr. Es dämmert schon und der graue Himmel wird immer dunkler.
Die Straßenlaternen geben schon gedämpftes Licht von sich.
Kits Haus ist nicht weit von Amandas entfernt. Nach nur wenigen Minuten kommt die Schwarzhaarige zu Hause an.
„Du wirst noch bezahlen, Bill Kaulitz!“, zischt diese noch durch zusammen gebissene Zähne hindurch, ehe sie in die wärmende Wohnung tritt.

Kapitel 2
~Rachegelüste~


Gedankenverloren lässt Amanda den Stift zwischen ihren Fingern umher kreisen.
Obwohl sie sich eigentlich fest vorgenommen hatte sich auf die Hausaufgaben zu konzentrieren schweifen ihre Gedanken doch jedes Mal von neuem ab. Ständig tauchen Bilder von damals in ihrem Kopf auf und lassen immer mehr Wut in ihr hoch kommen.
Sie kann jetzt schon fühlen, wie sie es genießen wird, es ihm heimzuzahlen. Wenn es endlich soweit ist. Sie kann jetzt schon den Triumph in sich aufkommen spüren.
Mit einem hämischen Grinsen beugt Amanda sich tiefer über ihre Aufgaben. Das dunkle Haar fällt ihr dabei wie ein Vorhang vors Gesicht.
„Ach man scheiss auf Schule!“, stöhnt das Mädchen schließlich auf und schmeißt den Stift von sich. Mit einem dumpfen Aufprall landet er auf dem Boden.
„Rache planen macht viel mehr Spaß!“
Oft hatte sie sich in letzter Zeit gefragt, wie es so weit kommen konnte. Wie konnte ein einziger Mensch, ein einziger Junge, sie so verändern? Doch lag es auch wirklich nur an ihm? Nein, es war wohl schlicht und ergreifend einfach nur der Schmerz. Die Qualen, die sie in den Wahnsinn und die Verzweiflung trieben.
„Na meine Süßen, wo habt ihr denn euer nächstes Konzert?!“ Vor sich hin murmelnd setzt Amanda sich vor ihren Laptop.
Irgendwie muss sie ja wieder an die Jungs heran kommen. Vor allem braucht sie seine Aufmerksamkeit.
Das dürfte eigentlich nicht schwer werden. Damals war er auch nicht abgeneigt. Er war bestimmt noch ehrlicher als sein Bruder…
„In 2 Wochen!“ Ihre Augen leuchten auf.
Sie muss sich unbedingt schnellstens noch eine Karte bestellen. Hamburg. Ist auch gar nicht so weit weg von Magdeburg.
„Tom Kaulitz, ich krieg dich!“
Denn er ist der Schlüssel zu ihrer Rache…

Seine dunklen mandelförmigen Augen schauen sie hilflos an. Etwas Flehentliches liegt in ihnen und bittet stumm um gnade.
Erbarmungslos grinst sie vor sich hin. Etwas Silbernes glitzert in ihrer Hand und reflektiert das Licht des Mondscheins. „Du wirst dafür büßen, Baby!“ Sie lacht gefährlich leise auf.
Ein wilder Gesichtsausdruck zeichnet ihre feinen Züge ab. „Und wie!“

„Amanda, ich sag dir jetzt nicht noch mal, dass du aufstehen sollst! Du kommst wieder zu spät zur Schule!“ Verwirrt schlägt sie ihre Augen auf.
Kurz schauen sie und ihre Mutter sich an. „Beeil dich!“ Ohne, dass Amanda noch etwas sagen kann verschwindet Kerstin aus ihrem Zimmer.
Die Dunkelhaarige braucht noch einige Sekunden um zu begreifen, dass sie geträumt hatte. Ein schöner Traum…
„Ach übrigens ist hier eine Konzertkarte für dich gekommen!“ Amanda will sich gerade ihre dicke Winterjacke überwerfen, als sie inne hält. „Ach ja?!“
„Für Tokio Hotel!“ Kerstin wirft einen Blick auf die Karte und runzelt die Stirn. „Ist dieser eine Junge nicht der-“ „Nein ist er nicht! Verwechselst du ist ein ganz anderer!“, redet Amanda ihr hastig dazwischen und schnappt ihr die Karte aus den Händen. „Noch nie gesehen!“ Hektisch steckt sie sich die Karte in die Tasche ihrer Jacke.
„Ich geh dann mal in die Schule, bis heute Mittag, Mum!“ Amanda reißt die Haustür auf, sofort bläst ihr eiskalter Wind entgegen. Fröstelnd kuschelt Amanda sich enger in ihre Jacke.
„Gut, viel Spaß!“, murmelt Kerstin reichlich verwirrt zurück und verschwindet kopfschüttelnd im Haus.
Amanda währenddessen bekommt ein Grinsen auf die Lippen.
„Endlich, sie ist da!“ In 5 Tagen wird das Konzert sein. Und dann, ja dann… wird sie ihre Rache bekommen.
Amanda ist sich ganz sicher, dass keiner der Jungs sie wieder erkennen würde. Jetzt, durch ihr neues Aussehen… und nach so langer Zeit.
Sie lacht leise auf und schließt kurz die Augen. Wie er leiden wird, noch mehr, als sie es getan hat.
Diesen seelischen Schmerz übersteht niemand ohne Qual. Er tut mehr weh, als jedes Messer, was sich in deine Haut bohren kann.
„Bald bist du dran Bill Kaulitz!“

Kapitel 3
~Erinnerungen und neue Pläne~


Langsam schlendert Amanda über das Schulgelände. Die eine Hand hat sie lässig in der Jackentasche verstaut, die Konzertkarte hält sie dabei fest umklammert.
Zwischen ihren kalten und glatten Gesichtszügen lässt sich deutlich Genugtuung ablesen. Ihre grünen Augen blitzen dabei gefährlich auf.
Gelassen schlängelt Amanda sich einen Weg durch das Gewusel der Schüler. Einige weichen sogar ein paar Schritte zurück, als die Schwarzhaarige an ihnen vorbei geht. Mit großen und zum teil sogar ängstlichen Augen wird sie angesehen.
Viele können es immer noch nicht wirklich glauben. Ist das wirklich das hübsche, gut gelaunte Mädchen? Die beliebte Amanda, von jedem Jungen angehimmelt, von jedem Mädchen beneidet.
Nichts ist mehr so, wie es früher einmal gewesen ist.
Doch ihr, Amanda, ist das alles egal. Sie will ihr ehemaliges Leben auch gar nicht wieder haben. Nur durch dieses Dasein ist das aus ihr geworden, was sie jetzt ist. Ein seelisches Wrack. Ein Niemand, ein Nichts.
„Geh beiseite, Bazille!“ Mit einem angewiderten Gesichtsausdruck in Richtung Amanda stolziert Alicia an ihr vorbei. Noch immer ist sie die Barbie in Person.
„Tut mir Leid, Prinzesschen“, Amanda schnaubt kurz auf und blickt Alicia mit einem Augenrollen hinterher. Ja, sie hat was sie damals erreichen wollte.
Sie ist sozusagen die Königin der Schule. Sie ist der Jungenschwarm und allseits beliebt.
Viel Spaß beim verlieren!
Amandas Lippen ziert ein schiefes Grinsen.
Irgendwann wirst auch du merken, wie falsch das alles doch ist. Und dann, wenn es soweit ist, wird es sehr wehtun. Je höher du jetzt schwebst umso tiefer wirst du fallen!
„Und falls nicht, werde ich schon dafür sorgen!“ Amanda lacht gehässig auf.
Kerstin hatte vor einiger Zeit schon die Tatsache in Betracht gezogen Amanda zu einer Psychologin zu schicken. Sie ist der Meinung, dass ihre Tochter sehr viel Wut mit sich herum trägt…warum kann sie sich nicht erklären.
„Hey, da bist du ja, ich such dich schon überall!“ Kits Locken wippen auf und ab, als er vor Amanda zum stehen kommt. Seine kristallblauen Augen leuchten auf. „Und alles klar bei dir?!“
Amanda nickt abwesend. „Ja, ja muss doch. Und bei dir?!“
„Auch!“
Kit fährt sich einmal kurz durch die Haare und geht neben Amanda her. Manchmal hat Amanda eher das Gefühl einen Dackel, als einen besten Freund zu haben.
„Hast du Hausaufgaben gemacht? Ich hab kein Mathe… ich hab Jill schon gefragt ob sie es mir gibt, aber sie meint, sie hat es auch nicht.“, er beißt sich besorgt auf die Unterlippe. „Hast du das?!“
Amanda bleibt stehen und schaut kurz an die Decke. Gespielt nachdenklich runzelt sie die Stirn. „Ehm, nein tut mir leid!“
Kit seufzt.
„Was frag ich dich eigentlich du machst ja nie Hausaufgaben!“
Amanda nickt. „Richtig! Ich bin eben nicht wie Jill und das ist wohl auch der Grund weshalb wir keine Freundinnen mehr sind“ Ihre Augen wandern prüfend zu Kit hinüber und verengen sich. „Sie hat Mathe gemacht aber will es dir nur nicht geben, weil du mit mir befreundet bist!“ Amanda schüttelt grinsend den Kopf. „Jetzt fühlt sie sich sicher toll!“
„Mhm“ Kit wiegt den Kopf leicht zur Seite. „Und all der Stress nur wegen so ein paar dummen Jungs, oder besser gesagt wegen einem Jungen!“
Amanda spürt, wie ihr die Röte ins Gesicht schießt. Ihre Hände ballen sich zu Fäusten, die Konzertkarte zerknittert immer mehr. Ihr gesamter Körper spannt sich an.
„Ja, alles wegen Bill!“, murmelt sie leise vor sich hin.
Kit schaut seine Freundin an. „Und hat es sich gelohnt?!“
Langsam entspannt Amanda sich wieder. „Nein, hat es nicht.“
Aber er wird auch alles 1000 Fach wieder zurückbekommen… und wie!
„Ich fände es sehr toll, wenn du und Jill sich wieder vertragen würdet!“ Kit legt vertraulich einen Arm um Amanda. „Ihr standet euch doch mal echt nahe!“
Amanda reißt sich sofort wieder los, wobei ihr die Karte aus den Fingern entgleitet und zu Boden segelt. „Vergiss es!“, zischt das Mädchen entschieden.
„Hey, was ist das?!“ Neugierig wandern Kits Augen auf die Karte.
Amanda schnappt hörbar laut nach Luft. Panisch bückt sie sich um die Karte wieder aufzusammeln, doch Kit ist schneller.
Überrascht klappt ihm der Mund auf. Stumm formen seine Lippen das Wort „Tokio Hotel“. Mit großen Augen schaut er Amanda an.
„Was…was zum Teufel soll das?!“ Seine Stimme klingt anklagend. Verlegen senkt Amanda den Blick.
„Weißt du…ich…ich hab da so eine Idee und… und… joah…“ Stotternd bricht sie ab.
„Und was genau hast du für eine Idee?!“ Kit kreuzt die Arme vor der Brust und die Enttäuschung steht ihm deutlich ins Gesicht geschrieben.
„Kann ich dir das später erzählen?!“, flüstert Amanda zurück und schnappt ihm die Karte aus der Hand, ehe noch irgendjemand anderes sie sehen kann. Es ist kein Geheimnis auf der Schule, dass Amanda mal mit Bill zusammen war.
„Nein, ich will das jetzt wissen! Amanda…“
Die Schwarzhaarige seufzt. Sie hat keine Ahnung, was sie ihrem besten Freund erzählen soll. Dass sie sich so rächen will, kann sie schlecht sagen und einen anderen Plan hat sie sich noch nicht überlegt.
Der verhasste Schulgong rettet Amanda aus dieser Situation.
„Ich muss los, ich komm zu spät zum LK! Tschüss!“ Ohne, dass Kit noch etwas sagen kann, dreht sie sich um und hastet so schnell es geht in Richtung Informatikräume.
Erleichtert atmet sie auf.
Kit ist nicht gerade erfreut… und er wird es auch nicht erfreulicher finden, wenn er den Grund findet, weshalb Amanda auf dieses Konzert geht.
Doch sie, Amanda, muss dorthin…er ,Bill, verdient die Schmerzen!

Kapitel 4
~Gefährliche (Alp)Träume~


„…und wenn ihr dann die Formel hier eingebt…“
Amanda hat das Gesicht müde in den Armen gebettet und hält die Augen fest geschlossen. Mehr und mehr merkt sie, wie die Konzentration von ihr ablässt und sie immer tiefer im dunklen Schatten versinkt. Seit sie diese seltsamen Träume von Bill hat bekommt sie kaum mehr genug schlaf.
Die monotone Stimme des Lehrers plätschert dabei nur so vor sich hin und geht Amanda in einem Ohr rein und im anderen wieder raus.
„..dann seht ihr, dass keine Fehlermeldung mehr kommt…“
Die Doppelstunde Informatik läuft immer nach demselben Schema ab. Amanda sitzt alleine an einem Computer, da keiner etwas mit so einer verrückten Psychotussi zu tun haben will.
Ihre Hand mit den schwarz lackierten Fingernägeln spielt abwesend auf der Tastatur herum und ihr Fuß schert immer wieder über den billigen Plastikboden. Genervte Blicke beobachten sie dabei.
„…wenn ihr das Programm dann endgültig starten wollt…“
Die Dunkelheit um Amanda verwandelt sich in einen weißen Nebel und nimmt immer mehr Gestalt an. Sie verformt sich zu einer Person, mit schwarzen Haaren und dunklen Augen. Schützend hält die Person sich die Hände vors Gesicht. Ihr Mund ist zu einem stummen Hilfeschrei aufgerissen. Ihr Gesicht ist zu einer Grimasse verzerrt.
„W-wirst du mich töten?!“ Bills Stimme klingt dünn und schwach. Sein ganzer Körper bebt und zittert vor Angst.
„Oh nein… es gibt weit schlimmere Dinge als den Tod!“ Mit einem süffisanten Grinsen blickt Amanda ihn an. Ihn, den Jungen, den sie mal so geliebt hat. Ihn, der mal alles für sie war.
„Du bist doch verrückt!“ Schreit er ihr entgegen. Seine Stimme überschlägt sich beinahe vor Hysterie.
Amandas Augen verengen sich zu dünnen Schlitzen. „Ich weiß. Ich bin verrückt… mein Leben hat auch eigentlich gar keinen Sinn mehr. Aber obwohl…, denkst du etwa, ich würde dich einfach so davon kommen lassen? Ich will meine Rache! Und dich genauso in den Wahnsinn treiben… dich quälen!“ Mit einem teuflischen Flackern in den Augen fährt Amanda langsam die Konturen des Messers nach, welches in ihrer Hand aufblitzt.
„Ich habe gelitten, weil ich gefühlt habe… weil ich geliebt habe! Und jetzt werde ich dich leiden lassen, weil du fühlen wirst. Warte nur ab…“
Langsam kommt sie ihm mit dem Messer immer näher. Sein Gesicht verzieht sich immer weiter zu einer angstverzerrten Grimasse. „Hör auf, geh weg!“ Das Haar steht ihm wirr und zerzaust vom Kopf ab. Seine Augen scheinen den Glanz verloren zu haben. Es ist, als würde sie in die leeren Fenster eines verlassenen Hauses blicken.
Genüsslich lacht Amanda auf.
Hektisch streckt Bill seine Arme aus und versucht ihr das Messer aus den Händen zu reißen. Fest packt er das Mädchen an den Oberarmen und rüttelt sie. Rüttelt sie immer weiter und immer fester….
„AMANDA WACH AUF!“
Erschrocken reißt sie die Augen auf. Verwirrt blickt sie sich um. Alle Augen sind auf sie gerichtet, der Lehrer runzelt verärgert die Stirn. Er steht unmittelbar vor ihr und hält sie an den Armen gepackt.
„Tschuldigung!“, nuschelt Amanda vor sich hin. „Bin wohl eingeschlafen“

„Ich glaube das einfach nicht!“ Kopfschüttelnd läuft Kerstin im Raum auf und ab.
Amanda sitzt gelangweilt auf der Coach und blickt aus dem Fenster. Heftiger Wind bläst durch die kahlen Bäume und wirbelt den Schnee immer wieder von neuem auf.
„Was ist nur los mit dir in letzter Zeit? Ich erkennen dich kaum wieder!“ Seufzend massiert sie sich die pochenden Schläfen.
„Vielleicht wäre es wirklich das Beste, dich mal zu einem Arzt zu schicken!“
Amanda zuckt nur die Schultern.
„Ich meine, so kann das doch nicht weiter gehen!“ Kerstin blickt ihre Tochter mit sorgenvollen Augen an. „Warum machst du so etwas? Rede doch mit mir!“
Amanda zuckt wieder nur die Schultern.
Sie kann es kaum erwarten gleich endlich in ihr Zimmer zu gehen und dort die letzten Kleinigkeiten für ihren Plan nachzuforschen. In ein paar Tagen ist das Konzert…
„Na gut. Schön. Ich werde mir noch etwas für dich überlegen! Geh jetzt in dein Zimmer und mach Hausaufgaben!“ Erschöpft zeigt Kerstin die Treppe hoch und lässt sich aufs Sofa fallen.
„Okay. Vielleicht solltest du mal einen warmen Tee oder so trinken, du siehst ziemlich gestresst aus, Mum!“
Ohne sich noch einmal umzudrehen stolziert Amanda in ihr Zimmer.
Mit einem Grinsen holt sie sich die leicht zerknitterte Konzertkarte aus der Tasche und legt sie mit Bedacht auf den Tisch.
Sie kann es kaum erwarten Bill auch so leiden zu lassen. Immer mehr zu sehen, wie er verrückt wird und durchdreht.
Allerdings wäre da noch der eine Harken…
ER!
Er ist der Schlüssel und muss erst gewonnen werden. Ohne ihn klappt das alles nicht, ohne ihn würde Bill nie leiden. Denn er ist sein Gegenstück.
Nur für ihn fühlt er etwas.
Ansonsten liebt Bill Kaulitz nur sich selbst!
„Ach mein Süßer, ich freu mich schon so auf unser Wiedersehen!“, flötet Amanda vor sich hin, während sie den Computer einschaltet.
Ein paar letzte Informationen fehlen ihr noch.
Kit würde in der ganzen Sache auch noch eine wichtige Rolle spielen.
Siedend heiß fällt Amanda plötzlich ein, dass sie ihm noch eine Erklärung schuldet. Sie muss stark schlucken, als ihr Blick auf das Telefon fällt.
„Na okay Kit, ich hoffe du verstehst das!“
Mit klopfendem Herzen greift sie nach dem Telefon und hämmert seine Nummer ein.

Kapitel 5
~Schlechtes Gewissen mit Rachelust~


Tut, Tut, Tut
Aufgelegt. Auf Amandas Gesicht zeichnet sich ein kleines Grinsen ab.
Kit klang nicht begeistert. Sie konnte das Entsetzen und die Panik aus seiner Stimme heraushören und doch hatte er zugestimmt. Sich darauf eingelassen, Amanda bei ihrer Rache zu helfen. Sie dabei zu unterstützen, ein Leben zu zerstören. Das von Bill…
Tut, Tut, Tut
Langsam legt Amanda das Telefon wieder beiseite. Noch immer spürt sie Erleichterung in sich. Es tut gut jemanden bei sich zu wissen, der zu ihr hält.
Kit hat zwar keine Karte für das Konzert, doch der Auftritt ist auch nicht Mittelpunkt der Rache. Dies kommt alles erst viel später…
Mit sich zufrieden tüftelt Amanda den Rest des Tages an ihrem perfekten Plan weiter. Es muss einfach klappen. Doch er würde schon nicht widerstehen können…
Um halb 10 lässt das Mädchen sich dann müde aufs Bett fallen und schließt die Augen. Ihr graut es davor einzuschlafen. Sie weiß genau, dass sie wieder von Bill und ihrer Rache träumen wird. Und doch freut sie sich auch darauf, diese Bilder wieder sehen zu können. Wie er ängstlich und eingeschüchtert vor ihr steht. Er ist vollkommen hilflos und ihr ausgeliefert.
Immer mehr Dunkelheit umhüllt Amanda und lässt sie im düsteren Schatten versinken. Ein Wirbel umgibt sie und scheint sie von hier fort zubringen. Weg in ihre eigene Welt, in der Bill keuchend und panisch um Gnade winselt.
Doch diesmal ist es jemand anders, der unmittelbar vor ihr steht. Ein Piercing glänzt an seiner Unterlippe und eine Cap thront auf seinen Dreadlooks. Er lächelte.
„Es tut mir Leid!“, murmelt Amanda ihm zu und in ihren eiskalten, grünen Augen blitzt etwas auf. „Aber es geht sonst nicht!“
Toms Lächeln verschwindet. Sein eben noch liebevoller Blick, weicht einer fragenden Miene. „Was meinst du?!“ Misstrauisch runzelt er die Stirn.
Sie fühlt sich schlecht ihn zu benutzen. Er hat ihr nichts getan, in gewisser Weise ist er sogar vollkommen unschuldig.
Plötzlich regt sich etwas hinter Tom. Eine Gestalt liegt hinter ihm am Boden doch nur ihre schemenhaften Umrisse sind zu erkennen.
Amanda kneift die Augen zusammen.
„Bill“, flüstert sie leise.
Tom blickt sie weiterhin fragend an. „Amanda, sag mir was dir Leid tut!“, fordert er. Seine Augen wandern kurz nach hinten zu seinem Bruder, der erschöpft nach Luft ringt, doch Tom beachtet ihn nicht weiter. „Sag es!“
Sie schüttelt den Kopf und blickt traurig zu Boden. Ihre Hände zittern. Wieder blitzt etwas Silbernes in ihnen auf.
Tom reißt entsetzt die Augen auf, als er das Messer bemerkt. Bill hinter ihm stöhnt leise auf. Sein Arm hebt sich und versucht seinen Bruder zu erreichen, doch es gelingt nicht.
„Versuch es erst gar nicht Bill!“, höhnt Amanda, die ihn dabei beobachtet hatte. „Du schaffst es nicht, dafür habe ich schon gesorgt!“ Sie grinst.
Amandas Blick fällt wieder auf Tom. Noch immer wartet er auf eine Erklärung, während er argwöhnisch das Messer begutachtet.
„E-es ..tut mir Leid!“, flüstert Amanda abermals mit erstickter Stimme, ehe sie die Hand hebt und nach vorne losstürmt.
„STEH AUF!“ Eine schrille Stimme hallt in ihren Ohren wider. Abrupt sitzt Amanda kerzengrade in ihrem Bett.
„Was hast du eigentlich für einen festen Schlaf?!“ Kerstin seufzt. „So, du wolltest, dass ich dich früh genug wecke, wegen dem Konzert! Sonst noch Sonderwünsche?!“ Ohne auf eine Antwort zu warten, dreht sie sich um und stolziert aus dem Zimmer.
Amanda stöhnt auf und lässt sich wieder nach hinten in die Kissen fallen.
Ein Grinsen ziert ihr hübsches Gesicht.
Ja, es ist soweit. Der Tag des Konzerts ist da. Die Zeit der Rache.
Nach so vielen Tagen der Alpträume werden sie nun endlich wahr!

Kapitel 6
~Das Spiel hat begonnen~


„Ich bin so aufgeregt!“ Nervös fährt sich Amanda durch ihre schwarze Haarpracht. Ihre grünen Augen wandern gehetzt durch das Zugabteil und bleiben schließlich an Kit hängen, der sie besorgt mustert.
„Na ja wäre ich auch, wenn man bedenkt, was du vorhast!“ Er schüttelt mit gerunzelter Stirn den Kopf, seine Locken wippen dabei spielerisch auf und ab. „Ob das überhaupt gut gehen kann?!“ Er seufzt leise.
„Natürlich kann das nicht gut gehen!“, zischt Amanda zwischen zusammen gebissenen Zähnen zu ihm herüber. Ihre Augenbrauen sind stark zusammen gezogen und bilden eine dünne schmale Linie. „Gerade deswegen mache ich es ja. Ich will dass alles schlimm endet für ihn.“ Ein gehässiges Grinsen ziert ihre Lippen. „Nie wieder soll er Lachen können.“
Zufrieden lehnt das Mädchen sich zurück und blickt aus dem Fenster. Grauer Himmel und schneebedeckte Erde zieht an ihnen vorbei.
„Okay, das kann sein. Aber ich frage mich, ob es für dich überhaupt gut gehen kann“, murmelt Kit leise vor sich hin, doch Amanda versteht ihn trotzdem.
„Was meinst du? Es gibt für mich nichts Schöneres auf der Welt als zu wissen, dass es Bill schlecht geht!“ Sie macht eine wegwerfende Handbewegung, wie als verscheuche sie eine lästige Fliege. Deswegen macht sie das ganze ja auch erst. Und vielleicht wird sie selbst dann irgendwann mit den schmerzlichen Erinnerungen der Vergangenheit abschließen können. Irgendwann…
Kit beschränkt sich auf ein Schulterzucken als Erwiderung und hüllt sich in Schweigen.
Amanda wendet ihren Blick wieder aus dem Fenster. Sie versteht Kits Anspielung nicht, doch wirklich wichtig kommt sie ihr sowieso nicht vor. Alles was sie will ist Rache!

„So, da wären wir also!“, sagt Kit mit nicht wirklich erfreuter Stimme, als er und Amanda vor dem Hamburger Stadion stehen und dessen Größe bestaunen. Viele aufgeregte Fans tummeln sich schon hier und warten auf den Einlass.
Amanda mustert sie abweisend und kann kaum glauben wie töricht sie doch alle sind, auf diese Band, auf diesen Sänger, herein zu fallen. Alles ist nur gespielt und vor geheuchelt. Bill will nur Rum und Aufmerksamkeit… und Mädchen. Arme, unschuldige Mädchen, die er ausnutzen kann, um mit ihnen zu spielen!!
„Also?!“ Kit blickt Amanda auffordernd an. Sie nickt. „Warte hier“
Mit klopfendem Herzen geht sie los, setzt einen Fuß vor den anderen. Jeder Schritt kommt ihr ewig lange vor. Nervös schlängelt sie sich durch die vielen Fans. Einige blicken ihr sogar erstaunt hinterher.
„Oh Gott ich kann es kaum abwarten sie endlich zu sehen“ Ein Mädchen, vielleicht um die 14, fächelt sich wild mit beiden Händen Luft zu, als würde sie gleich jeden Moment in Ohnmacht fallen.
„Ich auch nicht! Wir müssen unbedingt in die erste Reihe“, giggelt ihre Freundin zustimmend. „Boah und stell dir mal vor, wenn wir vor dem Hotel stehen nimmt Tom eine von uns mit in sein Zimmer!“ Bei diesem Gedanken weicht ihr jegliche Farbe aus dem Gesicht.
„Oder Bill!“, kreischt das erste Mädchen wieder dazwischen und hüpft total überdreht auf der Stelle auf und ab.
Amanda bleibt bei diesen Worten stehen. In ihren Ohren klingelt es.
„Ehm entschuldigt ihr zwei!“ Beide Mädchen schauen Amanda fragend an, als diese sich dreist zwischen sie stellt. „Aber ihr wisst in welchem Hotel Tokio Hotel heute übernachtet?!“ Begierig nach Wissen wandern ihre Augen von einer zur anderen.
„Ja.“, antwortet die eine argwöhnisch. „Aber denkst du wir sagen dir das? Du wärst nur noch mehr Konkurrenz! Und ich will Bill für mich ganz alleine haben!“
Amanda spürt einen Stich in der Brust. Wie naiv die Kleine doch ist. Bill hat man nie für sich alleine. Er kann nicht Lieben … zumindest kein weibliches Wesen, wenn er könnte würde er sie alle gleichzeitig haben.
„Och das ist aber schade für euch, wenn ihr mir das nicht sagt!“, meint Amanda daraufhin nebensächlich. „Ich kenne die Twins nämlich noch von früher, ich bin aus Magdeburg und sie waren bei mir auf der Schule. Vielleicht könnte ich euch dann mit ihnen bekannt machen!“
Amanda blickt auf ihre Fingernägel und wartet gespannt auf eine Reaktion. Diese kommt auch prompt:
„Du kennst die Zwillinge?!“ Die Stimmen der Mädchen überschlagen sich förmlich.
„Ja“
„Wirklich?“ Völlig überwältigt von dem Gedanken, jemanden zu kennen, der schon einmal mit den beiden beliebtesten Jungs Deutschlands geredet hat, sehen die Mädchen Amanda an.
„Ja“ Diese grinst jetzt. „Also? Sagt ihr mir zu welchem Hotel ich kommen muss?!“
Gelangweilt lehnt Kit sich gegen die Wand und blickt in den bewölkten Himmel. Ein Kälteschauer durchzieht ihn und er kuschelt sich tiefer in seine Jacke.
Gerade will er wieder nach Amanda Ausschau halten, als diese plötzlich direkt vor ihm steht und ihn anstrahlt.
„Das Hotel ´La Mer´ !“, sagt sie mit siegessicherer Miene.

Kapitel 7
~ Denn du bist auch nur ein Mensch mit Gefühlen ~


Kit seufzt. „Irgendwie hatte ich ja schon gehofft, dass du es nicht herausfindest“ Er fixiert Amanda kurz aber intensiv mit seinen eisblauen Augen. Dann schüttelt er den Kopf und blickt zu Boden. „Aber anscheinend ziehen wir das jetzt wirklich durch.“
Amanda schnaubt leise. „Worauf du Gift nehmen kannst!“ Sie verschränkt die Arme. „Also wir treffen uns dann bei dem Hotel, ich denke du wirst einer der Einzigen sein, der jetzt schon dort steht, weil alle noch auf dem Konzert sein werden. Halt mir einen guten Platz frei!“ Amanda grinst und kehrt ihm dann entschieden den Rücken zu.
Ohne sich noch anderweitig zu verabschieden stolziert sie los und drängelt sich von neuem an den vielen wartenden Fans vorbei. Einige werfen ihr skeptische Blicke zu.

Du hast mich verlassen
Das war ziemlich mies
Ich werds nie vergessen
Und Rache ist süß


Es kann sich nur noch um Stunden handeln und alles läuft an. Der Plan beginnt. In wenigen Tagen bist du nichts mehr als ein mickriger Schatten deiner selbst, Bill Kaulitz!
Amanda schafft es bis ziemlich weit nach vorne an die Tore, die noch fest verschlossen sind und erst um Punkt 7 geöffnet werden. Die Fans, welche dort stehen, sehen ziemlich müde und fertig aus. Wahrscheinlich haben sie sich schon vor Wochen hier eingenistet, um sich die besten Plätze zu reservieren.
„Armselig“, murmelt Amanda leise vor sich hin und schüttelt ungläubig den Kopf. Das haben diese Mädchen gar nicht verdient. Wenn sie doch alle wüssten, was hinter dieser Maske steckt. Was der wahre Bill Kaulitz tief in seinem inneren verborgen hält.
Mit verschränkten Armen lehnt Amanda sich gegen eine Mauer und begrenzt sich darauf die restliche Zeit mit Schweigen zu verbringen. Mit düsteren Gesichtszügen beobachtet sie die Menschen um sich herum.
Irgendwann werden dann endlich die Tore geöffnet.
Amanda grinst.
„Komm schon, du schaffst das!“, feuert sie sich selbst an, während von allen Seiten Körperteile gegen sie gepresst werden. Ein einziges Gedrängel und Geschubse entsteht.
Amanda beißt die Zähne zusammen und versucht sich mit gekonnten Hüfthieben einen Weg freizuschaufeln. Hier und da benutzt sie zusätzlich noch ihre Ellenbogen und zu ihrer eigenen Überraschung gelingt es ihr auf diese Weise bis fast nach ganz vorne zu kommen, ehe die Tore endlich geöffnet werden.
Wie, als ginge es um ihr Leben, beginnt sie zu rennen. Immer weiter und immer schneller. Ihre Atmung beginnt unregelmäßiger zu werden und ihre Beine fangen an nachzugeben.
Plötzlich spürt sie einen harten Gegendruck in ihrer Bauchgegend; die Absperrung.
Ehe sie richtig begreifen kann, dass sie es bis ganz nach vorne geschafft hat prallt auch schon das ganze Gewicht der restlichen 10.000 Fans, die hinter hier stehen, gegen sie.
Amanda keucht auf und jappst nach Luft.
Freudenschreie von den Mädchen neben ihr dringen in Amandas Ohren. Die ganze Halle ist erfüllt von den Gesängen der Fans, die eifrig und fordernd nach Tokio Hotel verlangen.
Auch Amanda kann es nicht verhindern, dass ihr ein Lächeln über die Lippen kommt. Sie hätte nie gedacht, dass sie es bis hierhin schafft. Direkt vor seinen Platz. Es wäre genial, wenn sie ihm jetzt schon auffallen würde.
Jetzt habe ich was, womit ich meinen Bruder aufziehen kann.
„Hast du das wirklich getan? Ich hoffe es doch…für mich.
Sein Ego wird es bestimmt nicht erneut zulassen wollen. Und genau das werde ich auskosten“
Nach endlosem Warten (Amanda hatte die Vorband nur mit einem Stirnrunzeln gemustert und sich dann weiter ihren Gedanken gewidmet) ist es dann endlich soweit.
Amandas Herz beginnt zu rasen.
Kaum erblickt sie nur die Schemenhaften Umrisse der Jungs durchzuckt sie ein bitterer Schmerz.
„Zeig keine Schwäche, sei stark“, murmelt sie leise vor sich hin und zwingt sich starr nach vorne zu sehen.
Tom steht direkt vor ihr, mit einem dicken Grinsen auf den Lippen. Hingebungsvoll spielt er auf seiner Gitarre. Amanda beobachtet jede kleinste Regung von ihm. Er hat sich nicht viel verändert.
Amanda spürt einen Schmerz in der Brust. Mitgefühl gegenüber Tom steigt in ihr auf, doch sie zwingt sich dazu, nicht darauf zu achten.
Er hat es nicht verdient. Doch anders geht es nicht. Er ist der Schlüssel.
Bill kann nur sich selbst lieben…und seinen Bruder. Die Zwillinge haben sich damals von der Wette erzählt. Sie vertrauen sich. Wenn es einem nicht gut geht, fühlt der andere mit ihm.
Genau das wird Amanda sich zu nutzen machen.
Bill nach und nach zerstören, durch seinen eigenen Bruder.
Plötzlich hebt der Junge mit den Dreads seinen Kopf und blickt in die Menge. Das Piercing an seinen Lippen funkelt und blitzt im Licht der Scheinwerfer.
Kurz treffen seine Augen genau die von Amanda. Intensiv verfangen sich ihre Blicke ineinander. Amanda spürt eine Hitzewelle in sich aufkommen, doch ehe sie es richtig registrieren kann, hat Tom auch schon wieder weggesehen.
Amanda schluckt.
Soweit so gut.
Sie hat es noch nicht gewagt einen vollständigen Blick auf Bill zu werfen. Und sie wird es bestimmt auch nicht tun. Er ist es nicht wert. Sie hasst ihn. Sie verabscheut ihn, von ganzem Herzen.
Allein schon seine Stimme zu hören bringt sie fast um den Verstand.
Toms Augen blitzen erneut zu Amanda herüber.
Die Schwarzhaarige muss Lächeln. Sie wusste es. Tom fand die frühere Amanda toll, wieso sollte es nun anders sein? Auch wenn sie anders aussieht, sie ist immer noch derselbe Mensch.
Tom war wütend, gegen Bill verloren zu haben. Doch jetzt wird Bill verlieren!!!

Kapitel 8
~Ein letzter Blick und das Spiel kann beginnen~


Amandas Kopf wippt leicht im Takt der Musik mit. Ein tückisches Grinsen zeichnet sich auf ihrem Gesicht ab. Wie gebannt heften ihre Augen auf Tom, weichen nicht ein einziges Mal von ihm ab.
Bei manchen Gelegenheiten hat er ihren Blick erneut erwidert, was das Triumphgefühl in Amanda somit nur noch mehr verstärkt hat. Die Reue in ihr, ignoriert sie gekonnt. Er hat es ja auch eigentlich nicht anders verdient. Er, Tom, hat Bill verraten, dass Amanda zu Beginn nur aufgrund einer Wette mit Bill ausgegangen ist. Hätte Bill von Anfang an nichts von dem Spiel gewusst hätte er sich vielleicht auch in Amanda verliebt und…
Die Schwarzhaarige schüttelt kurz, aber heftig, den Kopf, um sich von diesen Gedanken zu befreien. Es ist wie es ist! Egal, wie es hätte sein können, es ist nicht so! Bill hatte nie Gefühle für Amanda, alles war nur gespielt, eine einzige Lüge. Und genau das wird er nun bezahlen müssen.
Wieder streifen Toms Augen flüchtig die von Amanda. Die Schwarzhaarige grinst. Er hängt an der Angel. Nie wieder wird er gegen Bill verlieren wollen. Amanda hat sich damals für Bill entschieden, doch nun wird es ganz anders enden.
„Wo willst du denn hin bist du verrückt?!“ Ein Mädchen, etwa so groß wie Amanda, schaut sie groß aus dunklen Augen heraus an. Auf ihrer Stirn steht quer der Name „Bill“ geschrieben und Amanda läuft ein Schauer über den Rücken. „Mir.. geht’s nicht gut ich muss hier raus!“, gibt sie als Antwort darauf, weshalb sie sich von ihrem Erste Reihe Platz abgewendet hat und nach hinten gleiten lässt. Sie hat erreicht, was sie wollte. Tom hat sie entdeckt und offensichtliches Interesse gezeigt; mehr brauchte sie nicht und unnötig weiter unmittelbar in Bills Nähe herum stehen war nur eine Qual für sie.
Sie braucht ihre Kraft noch für später. Für ihre Rache.
Wie auf Kommando läuft der Traum von vergangener Nacht in ihrem Kopf Revue. Als sähe sie einen schlechten Kinofilm tauchen die Bilder auf. Bill, der am Ende seiner Kräfte am Boden kauert und nach seinem Bruder ruft. Tom, der nur Amanda beachtet. Und sie, Amanda, mit einem Messer in der Hand. Dabei liegt ein wilder Glanz in ihren Augen.
Ein kräftiger Stoß von einem der Fans befördert Amanda zurück in die Wirklichkeit. Verbissen kämpft sie sich weiter durch die Masse von naiven Mädchen, bis hin zum Ausgang. Kühle Winterluft kommt ihr entgegen und peitscht ihr die Haare aus dem Gesicht.
„Endlich!“, murmelt die Schwarzhaarige leise vor sich hin und atmet den frischen Sauerstoff mit vollen Zügen tief ein.
Das Konzert würde nicht mehr lange dauern, verrät ihr ein kleiner Blick auf die Uhr. „Na dann mal los.“
Mit zügigen Schritten hastet sie über den Platz zur Hauptstraße. Viele Autos rasen vorbei, darunter auch Taxis. Amanda winkt eines von ihnen zu sich heran und steigt schnell ein.
„Zum Hotel „La Mer“, bitte!“, befiehlt sie.
Der Taxifahrer schaut das Mädchen durch den Spiegel hinweg an. Etwas Wissendes liegt in seinem Blick. „Na, ein kleiner Tokio Hotel Fan?!“ Er grinst.
Amanda gibt keine Antwort darauf. Lediglich ihr Körper versteift sich ein wenig.
„Du bist nicht die Erste, die dahin will“, redet der Taxifahrer weiter, ohne sich an Amandas Schweigen zu stören.
Die Schwarzhaarige ignoriert den Mann weiterhin und ist erleichtert dann am Hotel endlich aussteigen zu können. Schon einige Mädchen, Fans, sind hier versammelt doch Kit kann Amanda nirgendwo entdecken.
„Ich kanns kaum erwarten sie endlich zu sehen!“, flüstert ein Mädchen aufgeregt ihrer Freundin zu und trippelt nervös auf der Stelle herum.
„Irgendwie sind diese Fans alle gleich!“, schießt es Amanda durch den Kopf.
Mit einem abwertenden Blick, geltend der Mädchen, hält sie weiterhin Ausschau nach Kit.
Plötzlich glaubt sie seinen dunklen Haarschopf ganz vorne erblicken zu können. „KIIIIIIIT!“, schreit sie so laut sie kann, was ihr einige empörte und verwirrte Blicke der Fans einhandelt.
Der Angesprochene dreht sich herum. Als er Amanda sieht, ziert ein Lächeln seine Gesichtszüge. „Komm her!“, formen seine Lippen.
Ohne auf die Beschwerden er anderen zu achten kämpft Amanda sich durch die schreiende Meute. „Hey nicht drängeln!“, wird sie von der Seite her angeblufft.
„Lass mich los ich gehör zu ihm!“ Amanda reißt sich los und deutet auf ihren besten Freund, der die Aussage nickend bestätigt.
Grummelnd wird sie durchgelassen. Erleichtert stellt sie sich neben Kit und blickt ihn siegessicher an.
„Super, geschafft! Sind wir gut!“ Amanda grinst und reibt sich freudig die Hände. Von diesem Platz aus kann sie einfach nur gesehen werden. Tom muss sie entdecken!
„Meine Meinung kennst du ja“, sagt Kit nur leise vor sich hin und wendet sich von seiner Freundin ab.
Amanda schüttelt nur kurz den Kopf. Aufgeregt wandern ihre Augen über das große Hotel. Sie kann es kaum erwarten, dass Tokio Hotel endlich hier eintrifft. Denn dann gibt es endgültig kein zurück mehr. Die Rache wird vollendet und durchgezogen.
Den Bill, wie in heute jeder kennt, wird es nie wieder geben.

Kapitel 9
~Ein Schrecken mit Erfolg~


Plötzlich geht ein Raunen durch die Menge. Amanda schaut sofort alarmiert auf und blickt die Straße entlang. Ihre Augen blitzen auf.
Ein schwarzer Van fährt langsam an den kreischenden Fans vorbei und bleibt dann schließlich stehen. Amanda spürt ihr Herz immer schneller Pochen, ihr Magen verkrampft sich. Mit einem leisen Ächzen wendet sie sich ab und blickt zu Boden. Ihre Brust schmerzt.
Sie kann seinen Anblick einfach nicht ertragen. Zumindest jetzt noch nicht…
„Oh mein Gooooooooott!! Ich flipp aus, BIIIIIIIIIIIIIIIIILL“ Amanda zuckt erschrocken zusammen und schlägt sich zugleich beide Hände auf die Ohren.
„Kannst du ihn nicht auch ein bisschen leiser anhimmeln?!“, schnauzt sie ihre Nachbarin an und rollt mit den Augen. Wird ja immer schlimmer mit diesen Fans!
Kit legte beruhigend eine Hand auf Amandas Schultern. Mit seinen blauen Augen lächelt er sie ermutigend an. „Sei stark, du schaffst das schon!“
Die Schwarzhaarige blickt ihn dankend an. „Es tut gut das zu hören!“ Sie grinst und holt ein letztes Mal tief Luft. Ängstlich wendet sie den Kopf um und blickt direkt in Bills engelsgleiches Gesicht. In seiner Mimik und seinen feinen Zügen liegt kein Unterschied zu damals. Noch immer strahlt er diese Besondere Aura aus, die ihn wohl auf ewig umgibt. Seine dunklen Augen sind tiefer als der unterirdischste Ozean. Das pechschwarze Haar steht ihm perfekt vom Kopf ab und umrahmt sein hübsches Gesicht.
Amanda beißt die Zähne zusammen und zwingt sich dazu, nach Tom Ausschau zu halten.
Dieser ist nicht mehr weit von ihr entfernt und nähert sich langsam, dabei immer wieder Autogramme am schreiben. Auch er hat sich nicht viel verändert. Die Dreads und die überweiten Klamotten sind brav an ihrer Stelle und das glitzernde Piercing ziert immer noch seine vollen und schön geschwungenen Lippen.
Amanda blickt ihn fest an und hofft, er registriert sie von neuem. Sie ist ihm schon mal aufgefallen und das wird sie sicher auch wieder. Er wird um sie kämpfen, wird nicht wieder verlieren wollen.
Plötzlich hebt Tom den Kopf. Seine und Amandas Augen treffen und verfangen sich ineinander. Die hysterischen Fans um Amanda herum kreischen allesamt auf, da jeder meint, Tom würde sie anschauen. Doch Amanda ist sich sicher, dass sie sich nicht irrt. Sie kennt Tom. Er blickt direkt in Amandas giftgrüne Augen. Bill hat sich zu ihrem Glück die andere Seite der Fans vorgenommen und kommt ihr somit nicht näher als 5 m. Doch viel länger kann sie ihm nicht mehr aus dem Weg gehen…
„Bekomm ich ein Autogramm?!“ Amanda grinst freundlich und hält Tom ein leeres Blatt, sowie einen Stift hin. Er kommt vor ihr zum stehen und erwidert das Lächeln charmant.
„Aber sicher doch!“ Er nimmt ihr beides aus den Händen, sie dabei unentwegt anblickend. Intensiv schauen sie sich in die Augen, es brennt.
„Hier bitteschön!“ Tom drückt Amanda das unterschrieben Blatt und den Stift wieder in die Hand. Die Schwarzhaarige blinzelt überrascht, als Tom weitergeht.
„Was zum…“ Kit prustet los, als er ihren perplexen Gesichtsausdruck sieht. Gespielt bedauernd zuckt er danach die Schultern. „Tja, hat wohl leider nicht geklappt!“ Kurz schaut er Tom an, der sich schon ein gutes Stück von ihnen entfernt hat.
Amanda ballt ihre Hände zu Fäusten, das Autogramm zerknüllt dabei. „D-das darf doch nicht wahr sein! Ich war mir so sicher, dass er …“ Sie stöhnt auf und senkt den Kopf.
„Ach komm schon Amanda. War das mit der Rache denn auch wirklich so nötig gewesen?!“ Er klingt nicht wirklich mitfühlend, eher erleichtert.
Die Angesprochene grinst. „Und wie!“
Plötzlich schreckt sie hoch. „Was wenn…“ Mit rasendem Herzen faltet sie das Autogramm auseinander und starrt auf das Papier.
Neben einer Unterschrift steht eine kleine Zahl. 245
Amanda runzelt die Stirn, dann haut sie augenblicklich die Fäuste in die Luft. „Yeeah, ich habs geschafft!“ Noch einmal blickt sie auf das Blatt.
Ja, keinen Zweifel, er, Tom Kaulitz, hat ihr seine Zimmernummer gegebene. Und das bedeutet, er wartet auf sie. Er hat sie eingeladen.
Kit verzieht weniger erfreut das Gesicht. „Na siehst du…hat ja doch geklappt“ Er verstaut die Hände in den Hosentaschen und blickt sich um. „So, jetzt musst du wohl nur noch warten bis diese vielen Fans weg sind, dann kannst du ihm Folgen. Und ich wünsche dir viel Erfolg, dass alles klappt.“ Er wendet sich von ihr ab und schüttelt den Kopf, mit einer bösen Vorahnung in der Bauchgegend.

Kapitel 10
~Erinnerst du dich?~


„Also ich denke ich kann es jetzt riskieren rein zu gehen“, Amanda besieht sich abermals die restlichen paar Fans an, die vor dem Hotel stehen. Bill, Tom, Georg und Gustav sind schon seit gut über einer dreiviertel Stunde nach drinnen verschwunden und haben allem Anschein nach auch nicht mehr vor, das Hotel zu verlassen. „Ich weiß gar nicht wieso die noch hier sind. Ich denke nicht, dass auf irgendeinem von deren Autogrammen eine Zimmernummer steht“ Amanda schüttelt ratlos den Kopf.
Kit zuckt nur die Schultern und hüllt sich in Schweigen. Die ganze vergangene Wartezeit über war er ziemlich wortkarg gewesen.
Amanda kümmert sich nicht groß um diese Tatsache. „Gut dann bis Morgen oder so. Drück mir die Daumen!“ Mit einer lässigen Handbewegung befördert sie ihr glänzendes, schwarzes Haar nach hinten, ehe sie mit modelähnlichem Gang auf den Haupteingang zuschreitet. Kit murmelt ihr nur etwas Unverständliches hinterher und wendet sich ab.
“What's the ugliest part of your body? Some say your nose, some say your toes, but I think it's your mind”
Mit einem selbstbewussten Blick stolziert Amanda durch die riesige Eingangshalle. Eine elegante Wendeltreppe schlängelt sich ihren Weg empor zu den Zimmern und ein kleiner Brunnen plätschert neben der Rezeption freudig vor sich hin. Die Schwarzhaarige fühlt ihr Herz immer schneller und kräftiger schlagen. Schmerzhaft stößt es ihr gegen die Brust. Es durchfährt sie wie ein giftiger Blitz zu wissen, nun im selben Hotel wie Bill Kaulitz zu sein und ihm womöglich an diesem Abend noch einmal über den Weg zu laufen.
Viel zu schnell steht sie dann kurze Zeit später vor Toms Tür. Die Zahlen stehen in goldenem Material auf dem braunen Holz.
„Du schaffst das Amanda, sei stark, hab keine Angst! Du tust das alles um es ihm heimzuzahlen…er hat es verdient!“
Aus diesen Gedanken heraus klopft sie schließlich an die Tür, ehe sie es sich doch noch anders überlegen könnte. Dumpfe Schritte hallen zu ihr durch, dann wird auch schon die Tür geöffnet und Tom steht ihr gegenüber. Amandas Knie werden bei seinem Anblick ganz weich. In den dunklen Augen, die denen von Bill so sehr gleichen, blitzt es kurz auf.
„Na hallo, wen haben wir denn da!“, sagt Tom gespielt überrascht aus, allerdings mit einem überlegenden Grinsen. Er wusste, dass sie kommen würden.
„Ich würde mal sagen deine Verabredung für heute Nacht!“, antwortet Amanda selbstbewusst mit einem lasziven Grinsen. Auch wenn sie sich innerlich total aufgewühlt fühlt, zeigt sie dies nicht nach außen hin. Tom darf keinen Verdacht schöpfen. Er muss sich in sie verlieben, sie begehren. Doch auf keinen Fall darf er sich erinnern. Das ganze ist 16 Monate her, Amanda hat sich reichlich verändert…
„Dann komm mal rein meine kleine Schönheit!“ Tom macht eine elegante Armbewegung und wartet darauf, dass Amanda eintritt.
„…Meine Schönheit…“ So hatte Bill sie damals immer genannt. Wieder zieht ein scharfer Schmerz durch ihren Körper.
Schnell dritt die Schwarzhaarige ein und schluckt den großen Kloß, der sich in ihrem Hals gebildet hatte, hinunter. Das Zimmer ist groß und hell beleuchtet, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Es ist schön aber auch unpersönlich.
„Willst du ein Glas Sekt?!“ Tom zwinkert kurz und mustert Amanda von oben bis unten. Ihm ist deutlich anzusehen, dass er von ihrem Aussehen beeindruckt ist.
„Gerne“, antwortet sie und lässt sich auf das große Bett fallen. Ihr Gesichtsausdruck wirkt ganz neutral, als wäre es das Natürlichste auf der Welt mit einem berühmten Star in dessem Hotelzimmer zu sein.
Tom greift nach der großen Flasche Sekt, die auf einem Wagen steht, eben so wie zwei Gläser. Feierlich überreicht er ihr eins davon, nachdem er eingeschenkt hatte.
„Wie heißt du denn eigentlich?!“ Er setzt sich neben Amanda aufs Bett und mustert sie fragend. Intensiv, als würde er sie scannen, wandern seine Augen über jeden kleinsten Teil ihres Körpers. Amanda tut so, als würde sie das völlig kalt lassen.
„A-“, will sie antworten, doch gerät ins stocken. „melie“ Sie beißt sich augenblicklich auf die Zunge. Um ein Haar hätte sie „Amanda“ gesagt.
Wie konnte sie auch so dumm sein und sich keinen anderen Namen überlegen? Wenn sie Amanda gesagt hätte, wäre natürlich sofort klar, wer sie ist. Und Amelie klingt auch schon ziemlich Verdächtig…
„Amelie“, wiederholt Tom langsam und mustert sie scharf. Seine Stirn liegt in leichten Falten.
Amanda sackt das Herz in die Hose. Sie ist schon dabei sich von ihrem grandiosen Plan zu verabschieden, da sie sich sicher ist, dass Tom nun bescheid weiß.
„Schöner Name!“, grinst dieser jetzt allerdings nur und hebt sein Glas um mit ihr anzustoßen.
Perplex lässt Amanda ihres an seins klirren. Sie kann kaum fassen, welch ein Glück sie hat.
„Na dann mal auf eine schöne Nacht!“ Tom leert sein Glas in einem Zug.
Worauf du Gift nehmen kannst, Baby. Amanda tut es ihm gleich.

Kapitel 11
~Die Perfektion des Planes ist am Wichtigsten~


„Willst du auch eine?!“ Tom hält ihr eine geöffnete Schachtel Zigaretten vor die Nase und kräuselt fragend die Stirn.
Amanda schüttelt überrascht den Kopf und blickt ihn an. War Tom ein Raucher?
Ihr Gegenüber muss bei der verdutzten Miene leise auflachen. Lässig zündet er sich eine Zigarette an und zieht den Qualm tief in seine Lungen ein. „Die Kippen sind gut gegen den Stress!“, erklärt er, den Rauch dabei auspustend.
Amanda beobachtet den grauen Dunst, wie er für einige Sekunden noch durchs Zimmer tänzelt.
„Ach so“ Sie kneift die Augen leicht zusammen. „Raucht Bill auch?!“
Toms Lippen verziehen sich zu einem Grinsen, das Piercing funkelt unter der Einwirkung des Lichtes. „Natürlich, sogar noch mehr wie ich!“ Er schüttelt kurz den Kopf. „Seit eineinhalb Jahren oder so schon!“ Erneut zieht Tom am Filter seiner Zigarette, die Glut leuchtet auf.
Amanda kann es kaum glauben und doch ist es so. Bill hat kurz nach der Wette mit dem Rauchen begonnen. Vielleicht hat dieser mystische Junge sich ja doch irgendwie verändert, allerdings nur was seine Gewohnheiten betrifft. Seine schwarze Seele wird immer noch dieselbe sein.
„Oh wusste ich nicht!“ Amanda grinst scheinheilig zu Tom auf. Dieser nickt nur knapp.
Sie ist sich sicher, dass er es nicht sehr gelungen findet, wenn Amanda, sein Date, über Bill redet. Immerhin hat ein Mädchen sich damals schon mal von ihm abgewandt und seinen Zwilling bevorzugt…
„Na ja, aber vergessen wir meinen Bruder jetzt mal.“ Tom drückt die Zigarette aus und lässt sich elegant neben Amanda aufs Bett fallen. „Viel interessanter finde ich das, was wir zwei jetzt machen könnten.“ Er grinst sie viel versprechend an, was Amanda zum schmunzeln bringt.
„Oh was könnten wir denn machen?“, spielt sie die Unwissende.
Er rutscht näher an sie heran, sein heißer Atem stößt gegen ihre Wange. „Das zum Beispiel!“ Seine Lippen kommen ihren gefährlich nahe, doch bevor er Amanda küssen kann, weicht sie zurück. Tom zieht fragend eine Augenbraue in die Höhe. Enttäuschung spiegelt sich in seinem Gesicht wider.
„Kann man das denn auch zu dritt machen?!“ Erwartungsvoll blickt sie ihn an.
Tom öffnet verwirrt den Mund, bleibt allerdings stumm. Seine dunklen Augen mustern sie scharf. „Zu dritt?!“
Amanda nickt angeregt. „Ja, du ich und Bill.“ Sie verdreht schwärmerisch die Augen. „Dein Zwilling ist ja auch so verdammt sexy und anziehend!“ Gespannt wartet sie die Wirkung ihrer Worte ab.
„BITTE?!“, kommt diese auch prompt.
„Klar, aber du bist genauso toll. Ich weiß einfach nicht wer heißer ist von euch beiden!“ Amanda schüttelt in gespielter Verzweiflung den Kopf.
Sie weiß, dass sie ihn so weit hat. Er will diesmal der Sieger sein, er will seinen Bruder aufziehen wollen. Die Geschichte mit Amanda ist noch nicht abgeschlossen und jetzt will er versuchen sich mit Amelie zu rächen. Toms Rache wird zu Amandas Rache, er hilft ihr, ohne es zu wissen. Nur durch ihn wird der Plan gelingen.
Tom atmet hörbar ein. Seine Lippen sind so fest aufeinander gepresst, dass sie wie eine schmale Linie wirken.
„Ich werde dir zeigen, wer der Heißere ist!“ Mit funkelnden Augen packt er Amanda mit einer Hand am Nacken und zieht sie zu sich heran. Leidenschaftlich küsst er sie. Flink vollendet er eine Halbdrehung, so dass er nun auf ihr sitzt. „Diese Nacht und die folgenden Tage wirst du nie wieder vergessen!“, haucht er heiser in den Kuss hinein und drückt Amanda nach hinten, in die tiefen des Bettes.
Ja, sie hat ihn so weit, alles läuft perfekt…

„Wir sind für 3 Tage hier, wenn du willst kannst du gerne bleiben!“ Tom legt den Arm fester um sie. In seinen Augen liegt ein Funkeln.
„Würde ich gerne, wenn das keine Umstände macht! Ich müsste dann nur einen Freund anrufen und ihn bitten mir ein paar Sachen zusammen zu suchen…“
Sie grinst.
„Klar mach das. Ich würde mich freuen, wenn du bleibst!“
Amanda nickt nur als Antwort. Und wie sie sich erst freut… Sie schmiegt sich enger an Tom heran. Der Sex mit ihm war nicht schlecht. Doch Bill war eindeutig besser… doch vielleicht empfindet sie dies auch nur so, weil bei Bill auch wahre Gefühle mit im Spiel waren.
Hier ging es nur um das Mittel zum Zweck.
„Wollen wir runter etwas Frühstücken gehen?!“ Es war bereits später Morgen, Amanda, oder besser gesagt: Amelie, und Tom hatten die meiste Zeit damit verbracht faul im Bett zu liegen und zu reden.
„Die anderen werden auch da sein, dann kann ich euch grade alle einander vorstellen!“
Amandas Magen verkrampft sich. Dies ist der Augenblick, vor dem sie sich am meisten fürchtete: Das erste Wiedersehen mit Bill!

Kapitel 12
~Gefühle vergehen nicht~


„Bist du so weit?!“ Tom schnalzt ungeduldig mit der Zunge, während er auf Amanda wartet, die noch im Bad ist. „Moment!“, ruft diese leicht panisch zurück.
Ihre Haare sitzen nicht, der Kajal ist ein wenig verschmiert und mit den kleinen Pickelchen auf ihrer Stirn fängt sie besser gar nicht erst an. Sie muss gut aussehen, perfekt!
Erneut greift sie nach der kleinen Bürste, die am Waschbeckenrand liegt. Wenn sie den Pony einfach auf die rechte Seite kämmen würde und die restlichen Haare dann…
„Amelie du siehst schon gut aus, keine Sorge!“ Plötzlich steht Tom hinter ihr. Belustigt sieht er sie an. „Komm jetzt!“ Er greift nach ihrer Hand und Amanda gibt sich schließlich geschlagen. Hat ja doch keinen Sinn.
Sie folgt Tom hinaus in den gut beleuchteten Flur, ein roter Teppich ziert den Boden. Die Wände sind übersäht mit schönen Gemälden und Spiegeln.
Amanda fühlt ein unangenehmes Pochen an den Schläfen, sowie das Rasen ihres Herzens. Sie spürt immer mehr Nervosität in sich aufkommen, je näher sie dem Speisesaal. Mit jedem Schritt wird die Aufregung größer und es beginnt gefährlich in ihr zu rebellieren. Vor diesem Moment hatte sie sich am meisten gefürchtet. Und sie fürchtet ihn immer noch. Würde Bill sie erkennen? Ob er sich überhaupt noch an sie erinnert?
Hand in Hand kommen sie schließlich vor dem Speisesaal an und Amanda hat das Gefühl jeden Moment an ihrer Angst zu krepieren. Sie fragt sich, in welchem Maß es wohl schmerzen wird Bill nun nach dieser langen Zeit wieder zu sehen. Nach dem Vorfall, nach den Geschehnissen damals…
„Die Jungs werden dich sicher lieben!“, grinst Tom ihr noch zu, bevor er die Tür aufstößt.
Amanda versucht ihre Lippen ebenfalls zu einem Lächeln zu bewegen. Doch es misslingt, denn sie weiß, dass Bill nicht lieben kann. Dafür ist er zu grausam und herzlos. Er lebt nur für sich selbst. Der einzige, der einen Platz in seinem Herzen hätte, wäre sein Zwillingsbruder…
„Ah, da sitzen sie ja!“ Tom deutet in eine Richtung.
Amandas Herz setzt kurz aus, als sie Bills schwarzen Haarschopf erkennt. Er sitzt mit dem Rücken zu ihr gewandt. Sein schlanker Körper hat sich bequem im Stuhl nach hinten gelehnt.
Amanda würde am liebsten sofort wieder umdrehen und wegrennen, doch Tom zieht sie erbarmungslos in Richtung Bill.
„Morgen!“, grüßt Tom freudig in die Runde, kaum ankommen.
Alle Gesichter wenden sich ihnen zu. Gustav hat sich kein bisschen verändert, ebenso wie Georg. Die beiden Nicken Tom und Amanda nur kurz zu, ehe sie sich wieder in ihr Essen vertiefen. Bill allerdings lässt seine dunklen Augen taxierend über Amanda wandern.
Sein Gesicht ist blass und weiß, das schwarze, abstehende Haar und die dunklen Augen heben sich deutlich hervor. Seine perfekt geschwungenen Lippen laden geradezu dazu ein sie zu küssen. Seine zarten Gesichtszüge gleichen dem eines Engels.
Ihr und Bills Blick begegnen sich. Sie muss stark schlucken. In seinen Augen liegt ein wundervolles Glitzern.
Bill lässt sich schließlich zu einem „Hey“, als Erwiderung herab. Seine Augenbrauen sind in die Höhe gehoben. „Wusste gar nicht, dass du Besuch hast!“ Ein kurzer Blick zu seinem Bruder. Amanda läuft bei seiner schönen und vertrauten Stimme eine Gänsehaut den Rücken hinab. Alle Gefühle, die sie in den vergangenen Monaten verdrängt hatte, überströmen sie.
„Ah, doch Amelie ist über Nacht geblieben und solange wir noch hier in der Stadt sind bleibt sie auch.“ Tom lässt sich auf einen freien Stuhl fallen und gibt Amanda zu verstehen, dass sie sich auch setzen solle. Neben Tom und gegenüber von Bill ist der letzte Stuhl frei. Amanda lässt sich nieder.
Bill nickt kurz und seine Augen richten sich erneut auf sie. Der schwarze Kajal hebt den Unterschied des Dunklen seiner Augen und der Blässe seiner Haut nur noch mehr hervor. Wie immer wirkt er auf irgendeine Weise zart und schwach aber auf der anderen Seite auch stark und sexy. Dieses zerbrechliche Aussehen wird durch seine weiß schimmernde Haut nur noch mehr unterstrichen.
„So, so dann willkommen, Amelie!“ Ihr Namen klingt aus seinem Mund so unwirklich, als wüsste er genau, wer sie in Wahrheit ist.
„Danke!“, antwortet Amanda, in dem Versuch, selbstbewusst zu wirken, was ihr allerdings misslingt.
Tom räuspert sich kurz. „Also, Süße, was willst du essen?!“ Er winkt einen der herumlaufenden Kellner zu sich heran.
Bill senkt den Kopf und widmet sich wieder seinen Cornflakes, seine Augen blitzen indes immer wieder zu Amanda auf. Die Schwarzhaarige durchfährt jedes Mal von neuem eine Gänsehaut. Er wäre es. Wenn es diese Intrigen, diese Herzlosigkeit und all das nicht gäbe, wäre er der Richtige. Ihr Traummann, der Jenige, der das hat, was andere nicht haben. Etwas Besonderes…
„Ehm, ein wenig Rührei und Speck!“, erwidert sie mit einem liebevollen Blick zu Tom, auf dessen Frage. Er lächelt sie an. „OK!“ Er gibt einem der Kellner die Bestellung auf, für sich selbst nimmt er das Gleiche. Auffällig rutscht er ein Stück näher an sie heran.
„Ja, demonstriere nur, dass ich dir gehöre, zeig nur, wie toll ich bin!“, fährt es Amanda durch den Kopf. „Umso mehr wird sich Bill bemühen mich kennen zu lernen“
Amanda fühlt Toms Arm auf ihren Schultern, schwer und unbequem haftet er auf ihr. Das schlechte Gewissen und die Reue gegenüber Tom sind gänzlich verschwunden. Er selbst nutzt Amanda doch auch nur aus. Er will seinem Bruder etwas beweisen.
„Du spielst mit mir, ohne zu wissen, dass ich in Wirklichkeit mit euch spiele. Es ist genau wie damals, nur, dass ich diesmal die Gewinnerin sein werde!“

Kapitel 13
~Komm und spiel mit mir~


„Und Amelie, wo kommst du her?!“ Bills mandelförmige Augen bohren sich in ihre. Amanda schluckt schnell den Bissen Rührei hinunter und beginnt fieberhaft zu überlegen. Wo kommt sie her? Das Blut schießt ihr in den Kopf. Warum schaut Bill sie immer so intensiv an?
„Hier aus Hamburg!“, sagt sie schließlich.
Bill blinzelt. Es ist fast schon unfair, dass ein Junge von Natur aus so lange, schwarze Wimpern hat. Ausdrucksstark umrahmen sie seine dunklen Augen und lassen sie noch inniger erscheinen. „Ach so. Hamburg ist echt ne schöne Stadt“ Er grinst sie an und eine Reihe von weißen Zähnen kommt zum Vorschein. Allerdings nicht mit einem schönen, herzlichen Grinsen. Nein. Mit einem Unnahbarem. Es ist unmöglich bei ihm zu sagen, was er denkt oder fühlt. Er ist eben einfach ein geheimnisvoller und gutaussehender Junge.
„Ich weiß“, erwidert Amanda kühl und widmet sich wieder ihrem Essen zu. Tom, der sich neben ihr verkrampft hatte, entspannt sich langsam wieder.
Amanda darf es ihm nicht zu einfach machen.
Bill muss lernen, dass er auch mal für etwas kämpfen muss. Vielleicht hat er früher immer alles ohne wenn und aber bekommen, doch diese Zeiten sind nun um.

“There are times I could come to you and hurt you
I could easily bring you tears
I could send you to hell, I know you!”


Außerdem wird es die Sache so auch nur noch interessanter machen. Je mehr Amanda ihn zurückweist, desto überwiegender wird er sie wollen. Er rennt seinem Verhängnis immer schneller in die offenen Arme, ohne es zu wissen.
Ein boshaftes Grinsen zieht sich über ihr Gesicht. Sie senkt den Kopf, damit die Jungs es nicht bemerken.
„Wollen wir hoch gehen, Süße?!“ Toms Blick ruht auf ihrem leeren Teller und wandert dann langsam zu ihrem Gesicht auf. Er lächelt sie bedeutungsvoll an.
Amanda nickt langsam und bemüht sich da rum Bill nicht anzusehen. „Gerne, Süßer!“ Sie steht langsam auf. Auch wenn sie Bill nicht sehen kann, spürt sie doch die durchbohrenden Blicke, die auf ihr ruhen. Seine dunklen Augen haften ausschließlich auf ihr und Amanda spürt ein warmes Prickeln auf der Haut.
„So Leute, dann bis später. Ich und Amelie haben noch… zu tun!“ Er grinst seinen Bruder frech an und hebt flüchtig die Hand zum Abschied. Bill zuckt die Schultern und murmelt ein „Viel Spaß“, vor sich hin. Genugtuung steigt in Amanda auf. „Wir sehen uns!“
Bill beugt sich wieder über seinen Teller, das schwarze Haar gleitet ihm dabei verwegen ins Gesicht. Er blickt nicht mehr auf, bis Tom und Amanda den Raum verlassen haben.
„Na, das lief doch ganz gut, oder?!“ Tom legt einen Arm um die Schwarzhaarige und führt sie den langen Flur runter. Amanda muss nicken. „Ja, das lief wirklich gut!“ Sie lächelt ihn schüchtern an.
„Wenn du nur wüsstest…“, schießt es ihr durch den Kopf. „Tom Kaulitz, du denkst du wärst der Beste, derjenige, der alle Mädchen haben könnte! Doch bist du nur eine armselige Marionette in einem Spiel, indem ich die Fäden ziehe. Noch früh genug wirst du aus deiner fabelhaften Traumwelt erwachen!“
Nach kurzer Zeit stehen die beiden wieder vor der Hotelzimmertür. Mit einem bedeutungsvollen Blick zu Amanda dreht Tom den Schlüssel um. Als die Tür offen ist will Amanda eintreten, doch Tom hält sie zurück. „Was denkst du jetzt eigentlich wer der Bessere von uns beiden ist?!“, haucht er ihr ins Ohr und sein warmer Atem stößt gegen ihre Haut. Amanda grinst.
„Mhm“, grübelt sie. Überlegend hebt sie die Augenbrauen in die Höhe.
„Noch eine Kostprobe gefällig?!“, raunt Tom ihr zu, ehe er damit beginnt sie stürmisch zu küssen.
Seine Hand wandert an ihren Nacken. Fest drückt er sie an sich und drängt sie schließlich in das Hotelzimmer. Mit seinem Fuß stößt er die Tür hinter ihnen zu.
Begierig dringt seine Zunge in ihren Mund ein, seine andere Hand gleitet unter ihr Oberteil.
„Warte nur, bis du eine Kostprobe von meiner Rache erlebt hast…“


Kapitel 14
~Spielen macht spaß~


Langsam streift Tom ihr das Oberteil über den Kopf. Seine Hände wandern begierig über ihren antörnenden Körper. Amanda verwickelt ihn in einen weiteren leidenschaftlichen Kuss. Sie spürt sein kühles Piercing und eine eiskalte Gänsehaut zieht ihren Rücken hinab, zeitgleich durchzuckt sie ein heißes Gefühl im Magen.
In ihrem Kopf kommt die Erinnerung an Bills Zungenpiercing hoch. Wie schön es doch war es zu spüren. Wehleidig muss sie an den Tag zurück denken, an dem sie und Bill eins waren. Da ging es ihr noch gut, da hatte sie sich noch geliebt gefühlt. Doch am Abend darauf hatte er sie schon aus ihrem Traum zurück in die Realität geholt, in dem er ihr von dem Spiel der Zwillinge erzählte…
Tom lässt kurz von Amanda ab und zieht sich selbst sein T-Shirt über den Kopf. Sein nackter Oberkörper presst sich an den von Amanda und lotst sie immer weiter in Richtung Bett. Sanft aber bestimmt drückt er sie nach unten und beugt sich über sie. Ausgehungert beginnen sie sich wieder zu küssen, ihre Zungen verfallen in ein wildes Spiel miteinander.
„Du bist wunderschön, Baby!“, raunt Tom ihr zu. Amandas Hände wandern zu seinem Rücken. Ihre Fingernägel kratzen über seine Haut und Tom muss genießerisch aufstöhnen. Mit seinen Lippen streift er ihren Hals, zittrig öffnet er den Knopf ihrer Hose. Sein Atem geht schwer und unregelmäßig, seine Augen haben einen Ausdruck von Lust in sich.
Seufzend legt Amanda den Kopf in den Nacken, während Tom sich immer weiter runter arbeitet. Schnell hat er ihr die Hose ausgezogen und wirft sie achtlos auf den Boden. Seine Hände kreisen ihren Oberschenkel entlang. Amandas Körper bebt, gefährlich langsam nähert sich Tom ihrem Unterleib. Sie schließt die Augen und konzentriert sich auf Toms Finger, die vorsichtig in ihren Tanga wandern. Ein Ziehen geht durch ihren Magen und eine unglaubliche Hitze zieht in ihr hoch. Mit beiden Händen krallt sie sich ins Bettlaken.
„Hey, Tom, Amelie!“ Ein Klopfen an der Tür lässt Amanda hochschrecken, Tom weicht abrupt zurück. „Macht mal auf!“
Amanda muss hart schlucken. „Was will Bill denn hier?!“, flüstert sie leise und blickt erschreckt zu Tom auf. Das schöne, warme Gefühl in ihr entweicht langsam wieder und wird ersetzt durch Kälte. Bills plötzliche Anwesenheit lässt einen Wirbel aus Gefühlen in Amanda aufsteigen. Mit einem Mal spürt sie Tränen in ihren Augen brennen.
„Das werden wir gleich wissen!“ Mit zusammengezogenen Augenbrauen steht Tom auf und sammelt die herumliegenden Klamotten ein. Er wirft ihre Sachen zu ihr aufs Bett und streift sich dann selbst das T-Shirt über den Kopf.
Nachdem er sich vergewissert hatte, dass Amanda vollständig angezogen ist, reißt er die Tür auf. Bill hat sich lässig gegen den Türrahmen gelehnt, die Arme verschränkt. Amüsiert und neugierig zugleich wandern seine dunklen Augen ins Zimmer, hinweg über Amanda, die immer noch ein wenig unsortiert auf dem Bett sitzt.
„Was willst du hier?!“ Wütend schaut Tom seinen Bruder an. „Wir sind beschäftigt!“
Über Bills feine Gesichtszüge zieht sich ein Grinsen. „Ja, man sieht´s!“ Wie selbstverständlich spaziert er nun ins Zimmer. Sein Gang ist wie immer geschmeidig und selbstsicher. Er ist vollkommen von sich überzeugt. „Aber Georg, Gustav und ich wollten runter in den Pool. Das ähm… was ihr gerade vor hattet könnt ihr auch noch heute Nacht machen oder? Wäre nämlich cool wenn ihr mit schwimmen kommt!“ Bill wirft Amanda einen glühenden Blick zu, gefolgt von einem Lächeln.
Die Schwarzhaarige spürt ein Schaudern, das ihren Körper durchzieht, gefolgt von einem schmerzhaften Stich in der Brust. Bill hat sich kein bisschen verändert…
Tom stapft zurück ins Zimmer und setzt sich neben sie aufs Bett. Er legt bestimmend einen Arm um Amanda, wir als wolle er demonstrieren, dass sie zu ihm gehört.
„Ach, ich weiß nicht!“, sagt er gelangweilt. „Hättest du dazu Lust, Süße?!“ Tom wirft ihr einen halb fragenden und genervten Blick zu.
„Ehm..“ Sie schaut hilfslose zu Bill auf, der den Kopf schief legt. Seine tiefen, geheimnisvollen Augen schauen sie intensiv an. Immer noch liegt ein Lächeln auf seinen Lippen.
„Wenn ihr mir einen Bikini besorgen könntet, dann würde ich gerne mitkommen!“
Tom stöhnt auf und wirft seinem Bruder einen bitterbösen Blick zu. Dieser hebt abwehrend die Hände in die Luft. „Hey, jetzt schau mich nicht so an! Wenn sie eben Lust auf schwimmen hat!“ Er strahlt Amanda an, wobei seine Augen faszinierend aufleuchten. „Ich besorg dir Badesachen!“ Mit diesen Worten dreht er sich um und schreitet aus dem Zimmer. Zurück bleiben ein wütender Tom und eine vollkommen verwirrte Amanda.
„Ich weiß, was er vorhat aber das kann er sich abschminken!“, grummelt er vor sich hin.
Ja, das weiß Amanda auch und genau das wird sie eben ausnutzen. Denn nur so funktioniert der Plan. Sie kennt die Schwächen und Stärken der Zwillinge mittlerweile. Bald wird es ihnen so schlecht gehen wie mir damals. Sie werden sich wünschen, dass es aufhört, doch das wird es nicht. Es tut mehr weh, als jedes Messer, das sich in deine Haut bohren könnte! „Und Jungs, das schwör ich euch, ihr werdet es noch viel schlimmer zurück bezahlt bekommen. Ihr werdet mich nie wieder vergessen können…“

Kapitel 15
~Eifersucht ist mit im Spiel~


„Komm schon Tom!“ Amanda beugt sich langsam zu ihm rüber und gibt ihm einen Kuss in den Mundwinkel. „Ich hab mir gedacht, es würde Spaß machen… und im Schwimmbad kann es ja auch mal heiß werden, so unter Wasser!“ Sie streicht ihm vorsichtig mit einem Finger über die Lippen.
Langsam dreht Tom den Kopf und blickt ihr in die Augen. Dann lächelt er sanft. „Ja, okay!“ Er küsst sie zart und schlingt seine Arme um ihre Hüften. Vorsichtig zieht er sie näher zu sich heran. „Ich hab sogar gehört, es könnte extrem heiß werden, so unter Wasser!“, haucht er ihr ins Ohr. Seine Nase stupst leicht gegen ihre Wange.
„Hier Amelie, ich glaub ich hab was Passendes für dich gefunden!“ Bill kommt erneut ins Zimmer spaziert. Tom löst sich eher widerwillig von Amanda und wirft seinem Bruder böse Blicke zu. Bill hält einen hellblauen Bikini, ein Badehandtuch, sowie Duschgel in den Händen. Amanda stellt fest, dass seine Fingernägel immer noch schwarz lackiert sind.
„Danke Bill, das ist wirklich nett von dir!“ Sie ringt sich ein halbwegs normales Lächeln ab und steht langsam auf. In Bills Augen liegt ein glitzerndes Lächeln als er Amanda die Sachen überreicht. „Für dich immer wieder gerne!“, grinst er sie verschmitzt an, was Tom ein Schnauben entlockt.
Amanda spürt, wie Hitze in ihr aufsteigt. Ein merkwürdiges Kribbeln zieht durch ihren Magen.
„Erm, okay ich werd mich dann mal umziehen gehen!“ Mit Mühe reißt die Schwarzhaarige sich von Bills Augen los und dreht sich um. Tom sitzt mit verschränkten Armen auf dem Bett und stiert alles andere als begeistert zu seinem Bruder auf.
Eilig verschwindet Amanda im Bad. Mit einem tückischen Grinsen schließt sie die Tür hinter sich. Erleichtert atmet sie auf und schließt kurz die Augen. Toms wütendes Gesicht taucht vor ihr auf. Seine Augen funkeln zornig.
Die Zwillinge sehen in Mädchen nur ein Spielobjekt, um das gekämpft werden kann. Bill hat Amanda damals bekommen und Tom will nun beweisen, dass er Amelie haben wird. Doch ob Amelie damit auch so einverstanden ist?
Amandas Grinsen wird breiter. Bald werden die Zwillinge einsehen, dass ein Mädchen alles andere ist als nur ein Spielobjekt…denn ihr Plan und somit auch ihre Rache scheint aufzugehen!

Undeutliches Stimmengwirr dringt zu Amanda durch. Vorsichtig sammelt sie ihre Klamotten vom Boden auf und lehnt sich gegen die Tür, ihr Ohr fest gegen das Holz gepresst. Bill und Tom streiten, doch es ist unmöglich zu sagen, was sie sich da genau gegenseitig an den Kopf werfen. „Mist.“ Enttäuschung spiegelt sich in ihren Gesichtszügen wider. Sie hätte doch nur zu gerne gewusst in wie weit der Plan schon fortgeschritten ist.
Nach einem letzten prüfenden Blick in den Spiegel, ob der Bikini auch richtig sitzt, öffnet Amanda schließlich die Tür.
„.. dich gefälligst da raus!“ Toms Wangen sind gerötet und seine Augen zusammengekniffen. Aggressiv kommen die Worte aus seinem Mund, doch kaum hat er Amanda erblickt verstummt er. Überrascht schaut er sie an. „Oh Süße, schon fertig?!“ Verlegen kratzt er sich am Hinterkopf.
Bill, der bis eben auch noch den Eindruck gemacht hatte, er würde gleich auf seinen Bruder losgehen, verstaut seine Hände lässig in den Hosentaschen. Ein arrogantes Grinsen zieht sich über sein Gesicht. „Nun ja, ich werde mich dann auch mal umziehen gehen!“ Seine geheimnisvollen Augen leuchten Amanda an. „Bis gleich!“ Er dreht sich um und geht gemächlich auf die Tür zu. Dann stockt er. „Wir werden unser Gespräch heute Abend noch fortsetzen!“, sagt er an seinen Bruder gewandt, ehe er endgültig aus dem Zimmer verschwindet.
Tom atmet hörbar Luft ein.
„Ist alles in Ordnung?!“ Amanda geht langsam auf ihn zu. Immer noch hat er einen Ausdruck der Wut in seinem Gesicht haften. Mit leeren Augen blickt er die Schwarzhaarige an, welche dicht vor ihm stehen geblieben ist.
„Alles bestens!“, erwidert er mit monotoner Stimme. „Bill ist eben einfach nur ein Arschloch!“ Angewidert verzieht er sein Gesicht zu einer Grimasse, sekundenspäter seufzt er und blickt niedergeschlagen zu Boden.
„Genau wie du!“, fährt es Amanda durch den Kopf, doch anstatt ihre Gedanken auszusprechen fährt sie Tom beruhigend mit einer Hand über den Rücken. „Hattet ihr Streit?!“, fragt sie sanft und spürt zeitgleich ein kribbelndes Gefühl von Erwatung in der Bauchgegend
„Ja!“ Er nickt und umarmt Amanda. Fest drückt er sich an sie. „Er kann es eben einfach nicht lassen!“ Amanda vergäbt ihr Gesicht in seinem Nacken. Sie spürt seine warme Haut.
„Was kann er nicht lassen?“
Tom seufzt. „Er muss immer alle Mädchen haben und beweisen, dass er der Größte ist. Aber ewig werde ich mir das nicht gefallen lassen!“ Er zieht die Augenbrauen zusammen, sodass sie eine schmale, gerade Linie ergeben. Sachte löst er sich von Amanda und blickt sie an. „Ich hoffe du fällst mir dabei nicht in den Rücken.“ Er zögert.
Amanda weiß genau, was er sagen will. Denn es geht um sie, das Mädchen, um Amelie. Alles hängt von ihr ab und wenn sie zu Bill geht, dann wird Tom es sich doch gefallen lassen müssen.
„Nein, bestimmt nicht! Ich will dir helfen!“ Sie lächelt und legt den Kopf schief. Toms Augen blitzen auf. Seine Mundwinkel heben sich zu einem leichten Grinsen an.
„Gut, dann musst du mir versprechen, dich von Bill fernzuhalten, okay?!“ Eindringlich schaut er sie an, die Gesichtszüge angespannt.
Amanda legt die Stirn in Falten. „Und was, wenn er zu mir kommt und mit mir redet und so?!“ Gespielt fragend erwidert sie seinen Blick.
„Dann ignorier ihn und falls er dich belästigt dann ruf nach mir! Aber ich werde heute Abend erst noch mal mit ihm reden, damit er dich in ruhe lässt.“ Amanda nickt.
„Verstanden. Nun, wollen wir dann jetzt mal schwimmen gehen?!“, lenkt sie das Thema um. Sie muss aufpassen, dass sie nicht noch anfängt vor Freude auf und ab zu hüpfen.
„Ja, ich geh mich schnell umziehen, Moment!“ Tom wendet sich ab und kramt nach einer Badehose.
Amanda lächelt leise vor sich hin. Besser würde es nicht mehr gehen.
Die Zwillinge können nicht ohneeinander, doch bald müssen sie es wohl oder übel. Dafür wird Amanda schon sorgen…

Kapitel 16
~Du machst mich an, Baby~


Nach nur wenigen Minuten hat Tom sich fertig umgezogen. Auch wenn Amanda ihn schon nackt gesehen hatte, muss sie doch über diesen Anblick staunen. Ein Hauch von Bewunderung gleitet über ihr Gesicht; durchtrainierte Oberkörper fand sie schon immer toll. Sie versteht nicht, warum Tom solch eine Figur unter weiten Klamotten verstecken muss.
„Na dann komm, Süße!“ Ein Grinsen umspielt seine Lippen. Mit einem Badehandtuch über die Schulter geworfen ergreift er Amandas Hand, dabei übt er einen leichten Druck auf sie aus.
„Ja, lass uns gehen“ Hand in Hand schlendern sie den langen Flur entlang. Der Pool ist ganz unten im Kellergeschoss des Hotels.
„Ich werde nach dem schwimmen dann auch mal einen Freund von mir anrufen und ihn bitten mir ein paar Sachen vorbeizubringen!“ Amanda lächelt leise vor sich hin. Alles war schon geplant; sie würde Kit anrufen und ihm sagen, dass die Rache fehlerfrei angelaufen ist. Er hat jetzt schon eine gepackte Tasche mit Sachen von Amanda bei sich stehen. Sie ist bestens vorbereitet.
„Ja, tu das!“ Erfreut funkeln Toms Augen auf. „Ich hoffe wir beide werden dann schöne Tage zusammen haben!“ Ein verschmitztes Grinsen zieht sich über sein Gesicht.
„Ich hoffe es nicht nur, ich weiß es!“ Sie drückt seine Hand fester. Na ja, eigentlich weiß sie, dass es für Amanda schöne Tage werden. Für die Zwillinge eher weniger.
Stickige Dampfluft mit einem Geruch von Chlor schlägt Tom und Amanda entgegen, kaum haben die den Schwimmbereich des Hotels betreten. Weiße Fließen schlängeln sich ihren Weg dem Fußboden und den Wänden entlang. „Wir sehen uns dann gleich drinnen“, Tom verschließt seine Lippen noch einmal kurz mit denen der Schwarzhaarigen, ehe er im Duschbereich der Männer verschwindet.
Amanda hingegen wendet sich ab und verschwindet in den Damenduschen.
Sie lässt lauwarmes Wasser über sich laufen und schließt genießerisch die Augen. Sie könnte dies noch ewig weiter über sich ergehen lassen, doch nach einiger Zeit kommt sie zu dem Schluss, dass es besser wäre die Jungs nicht all zu lange warten zu lassen.
Mit einem Handtuch um sich geschlungen öffnet Amanda vorsichtig die mit Dampf beschlagene Glasscheibe und tritt hinaus in den Schwimmbereich. Ihr erster Blick fällt auf den gigantischen Pool, der sich in der Mitte des Raumes präsentiert. Ein großer, künstlicher Wasserhahn ragt aus einer Wand heraus, plätschernd gleitet Wasser aus ihm in den Pool hinein. Das Licht ist nur halbhell und entspannende Musik läuft im Hintergrund. „Wohlfühlbad“ steht in schwarzen Lettern auf einer Seite. Um den Pool herum sind viele Liegen aufgestellt. Amanda vermutet, dass sie zur Entspannung da sind.
„Hey Amelie, da bist du ja!“ Die Angesprochen zuckt zusammen, als jene bekannte Stimme in ihre Gedanken platzt. Sie dreht sich zur Seite und wie nicht anders zu erwarten erblickt sie Bill. In blauer Badehose steht er vor ihr, das Haar schon nass. Kleine Wassertropfen hängen an seinem Körper und rinnen gen Boden. Amanda muss stark schlucken.
Dieser Anblick von Bills perfektem Körper bot sich ihr schon einmal. Damals, als sie miteinander geschlafen hatten und alles noch gut war.
Auf diese Weise kommt Bill ihr plötzlich so vertraut und doch so schmerzlich fremd vor. Im Grunde kennt sie ihn gar nicht, auch wenn sie es einst glaubte.
„Hi Bill!“, erwidert sie schließlich mit ruhiger Stimme. Seine Augen bohren sich in ihre. „Wo äh, wo ist denn Tom?!“ Mit Mühe reißt sie sich von Bill los und schaut sich noch einmal im Raum um. Außer ihn beiden, Georg, Gustav und noch einigen fremden Person ist niemand zu sehen.
Bill legt den Kopf schief. „Der ist glaube ich noch unter der Dusche, der liebt es lange und warm zu duschen!“
Amanda, die kurz verärgert über sich selbst ist, da sie nicht auch solange unter dem angenehmen Wasser geblieben ist, nickt wissend.
„Verstehe!“ Nervös lächelt sie zu Bill auf, welcher sie immer noch um fast einen Kopf überragt. Er steht nur wenige Schritte vor ihr. Auch wenn Amanda ihm so nahe ist, fühlt sie sich ihm doch so weit entfernt.
„Na ja ich hoffe, dass ich dir genüge, bis er wieder da ist!“ Bill beginnt lausbübisch zu grinsen, ehe er Amandas Hand ergreift und sie in Richtung Pool zieht.
Amanda durchzuckt ein Blitz und die Haut, welche Bill berührt, beginnt warm zu Prickeln. Ein scharfer Schmerz zieht durch ihren Körper. Das ist das erste Mal, seit damals, dass er sie berührt.
Ehe Amanda noch einen weiteren klaren Gedanken fassen kann, hat Bill ihr das Handtuch, sowie das Shampoo aus der anderen Hand genommen und ihr einen kräftigen Stoß verpasst.
Mit erschrockenem Gesichtsausdruck und rudernden Armen verliert sie das Gleichgewicht. Es schaudert sie, als das kühle Wasser über ihr zusammen schlägt.
So schnell es geht taucht sie wieder auf und jappst erst mal nach Luft. Bill hat sich einige Schritte vom Pool entfernt, um Amandas Sachen sicher zu verstauen. Nun nimmt er Anlauf und springt mit glänzenden Augen zu Amanda ins Wasser. Diese muss sich schützend die Hände vors Gesicht halten.
„Dankeschön, Bill!“ Lacht sie, kaum ist er wieder aufgetaucht.
„Bitteschön, Amelie!“ Er muss ebenfalls leise glucksen. „Du kannst gerne noch mehr davon haben!“ Mit nach unten geneigtem Kopf schwimmt er langsam auf sie zu. Amanda spürt ein flatterndes Gefühl im Magen. Gespielt ängstlich weicht sie vor ihm zurück. „Ne, lass mal ich denke das reicht mir!“
Bill grinst lässig und seine Augenbrauen sind bedeutungsvoll in die Höhe gehoben. Er kommt ihr immer näher. Seine Augen wirken so dunkel und geheimnisvoll wie eh und je. Kleine Wassertropfen hängen an seinen langen Wimpern. Er ist ihr so nahe. Sein süßlicher Geruch dringt ihr in die Nase. Wie hatte sie ihn vermisst. Sie kann seinen warmen Atem spüren. Sein Blick ist so unwiderstehlich. „Bill…“, flüstert Amanda leise vor sich hin. Wäre sie bei klarem Verstand und durch Bills Anwesenheit nicht so benebelt wüsste sie, dass er das alles nur macht, um seinem Bruder und sich selbst etwas zu beweisen. Nämlich, dass er sie alle haben kann!

Kapitel 17
~Im Pool der Gefühle~


Ihr Atem geht schnell und unregelmäßig. Das Einzige, was sie sieht, sind Bills schöne braune Augen. Sie sind so tief und innig. Nichts ist aus ihnen zu lesen, sie sind geheimnisvoller als der dunkelste Ozean.
„Amelie?“ Bills Stimme ist nicht mehr als ein Flüstern, sein Atem streift hauchzart ihre Lippen. Amanda spürt trotz des Wassers seine Körperwärme und nimmt seinen süßen Geruch immer intensiver wahr. „Ja?“, fragt sie zittrig. Sie sehnt sich einem Kuss immer mehr entgegen. Verlangen steigt in ihr auf, ihn endlich wieder so zu fühlen wie früher. Es ist eine lange Zeit seit damals vergangen. Sie kommt ihm noch ein Stück näher…
„HE, sag mal Bill?!“ Erschrocken schießen Bill und Amanda auseinander. Georg steht stirnrunzelnd am Beckenrand und beugt sich nach vorne. Sein Blick wandert von Amanda zu Bill und wieder zu Amanda.
Das Mädchen spürt Erleichterung in sich aufkommen. Was, wenn Tom jetzt aufgetaucht wäre? Hätte das die ganze Rache nur zerstört oder wäre es perfekt für den Plan gewesen? Amanda weiß es nicht.
„Was macht ihr denn da?!“ Georg beginnt dreckig zu grinsen. „Wenn es das ist, was ich denke, darf ich dann bitte auch mit machen?!“
Bill lacht laut los, wohingegen Amanda nur verwirrt noch ein Stück zurück weicht. Sie versucht den ganzen Schmerz, der sie jetzt überströmt, hinunterzuschlucken, doch es will ihr nicht gelingen.
„Klar Georg, komm her!“ Mit einem frechen Gesichtsausdruck schwimmt Bill zum Beckenrand hin.
Amanda muss sich stark zusammen reißen, um ein halbwegs echtes Grinsen auf ihr Gesicht zu bringen. Tränen brennen ihr in den Augen.
„Bill, lass da-“ Ehe Georg den Schwarzhaarigen davon abhalten oder gar zurück weichen kann, hat dieser ihn schon in den Pool gezogen. „Ahhhh“
Wasser spritzt zu allen Seiten und Amanda hält sich schützend die Hände vors Gesicht. Resigniert schaut sie auf die Bläschen, die über dem untergetauchtem Georg nach oben steigen.
„Was ist los Amelie?!“ Plötzlich sieht sie Bills grinsendes Gesicht vor sich. Glänzende Wassertropfen hängen an seinen Wimpern und lassen seine Augen noch schöner strahlen als ohnehin schon. Amanda muss hart schlucken.
„Was soll denn sein?!“, fragt sie mit unbekümmerter Stimme zurück. Sie legt den Kopf schief, das Klopfen ihres Herzens und das stechende Gefühl in ihrer Brust versucht sie nicht zu beachten. „Ich weiß nicht.“ Bill lacht leise. „He, hast du eigentlich schon diesen großen Wasserhahn da gesehen?!“ Er deutet auf das künstliche Ding, welches aus der Wand ragt. „Du kannst da drauf drücken und dann kommen immer andere Wassersträhle da raus!“, sagt er begeistert. Er schaut zu Amanda hinab, welche, nachdem sich ihre Blicke kurz begegnet sind, die Augen senkt.
Ehe sie gezwungen ist ihm eine Antwort zu geben erblickt sie plötzlich Tom, der aus den Duschen herauskommt. „Endlich!“, schießt es Amanda durch den Kopf. Länger hätte sie es mit Bill nicht mehr ausgehalten. Alleine. Georg hatte es sich sofort wieder grummelnd auf einer der Liegen bequem gemacht, kaum wieder aufgetaucht.
Tom, der Bill und Amanda einen misstrauischen Blick zugeworfen hatte, nachdem er eingetreten war, legt seine Sachen neben die von Amanda.
Langsam und selbstsicher schlendert er nun auf den Pool zu. Amanda lächelt ihn an.
„Tom hat wirklich lange gebraucht unter der Dusche!“, sagt die Schwarzhaarige zu Bill gewand. Aus den Augenwinkeln schaut sie kurz zu ihm rüber. Bills Blick ist glasig geworden, nachdenklich sind seine dunklen Augen auf Amanda gerichtet.
„Was ist?!“, lacht diese ihn nervös an.
Er schüttelt flüchtig aber heftig den Kopf. „Ähh, nichts entschuldige!“ Er grinst kurz verlegen. „Was hattest du gesagt?!“
Amanda, welche ein ungutes Gefühl in sich aufkommen fühlt, muss selbst kurz überlegen. Was hatte sie noch mal gesagt?
„Hey!“ Als Tom plötzlich neben ihnen am Beckenrand auftaucht, fällt es ihr wieder ein. Mit einem bösen Blick, geltend zu Bill, lässt Tom sich zu ihnen ins Wasser gleiten. Besitzergreifend legt er sofort einen Arm um Amanda.
„Oh, hi!“ Bill, der seinen Bruder wohl erst jetzt bemerkt, weicht erschrocken zurück.
Amanda muss sich ein Grinsen verkneifen.
„Da bist du ja endlich!“, haucht sie Tom ins Ohr und schmiegt sich enger an ihn. Bill senkt den Blick und schaut auf das hin und her schwappende Wasser.
„Ja, tut mir echt Leid, aber ich liebe es lange und warm zu duschen.“ Er gibt Amanda einen kurzen, zärtlichen Kuss. „Dafür haben wir ja jetzt genug Zeit füreinander!“
„Ehm“ Bill kratzt sich mit einer Hand am Hinterkopf und schaut wieder auf. Amanda begegnet seinem innigen Blick und ein wohliger Schauer durchzieht sie. „Ich geh dann mal rüber zu Georg!“ Der Schwarzhaarige dreht sich um und schwimmt auf die Steintreppe zu. Sein sonst so sicheres Auftreten wirkt unsicher.
„Perfekt!“ Amanda grinst leise in sich hinein.

Kapitel 18
~Ein Racheplan mit Liebe~


„Was ist denn mit dem los?!“ Toms Lippen verziehen sich zu einem höhnischen Grinsen. Während er einen überlegenen Blick zu Bill herüber wirft, der es sich nun auch auf einer der Liegen bequem gemacht hat, zieht er Amanda bestimmend näher zu sich heran. In seinem Gesicht spiegelt sich Triumph wieder.
Amanda spürt Toms nackte Haut an ihrem Körper und muss leise in sich hinein lächeln.
„Keine Ahnung was er hat!“, gibt sie Tom daraufhin als Antwort und zuckt nur die Schultern. „Aber ist das nicht auch egal?!“ Verführerisch legt Amanda ihre Lippen an Toms Ohr. „Ich wüsste da nämlich eine bessere Beschäftigung als über deinen Bruder nachzudenken!“, haucht sie ihm zu.
Tom grinst frech und dreht sich um, sodass er und Amanda sich nun gegenüberstehen. Seine dunklen Augen blicken zu ihr hinab und glänzen voller Lust und Vorfreude. „Ich auch!“
Sofort verschließt er seine Lippen mit denen von Amanda. Fest und leidenschaftlich beginnt er sie zu küssen.
Amanda fühlt das kühle Lippenpiercing und wird sofort wieder ungewollt an Bill und dessen Zungenpiercing erinnert.
Amanda schlingt ihre Arme um Toms Hals und versucht alle Gedanken an Bill zu verdrängen. Trotzdem kann sie es nicht unterlassen aus den Augenwinkeln zu den Liegen herüberzuschielen. Ihr und Bills Blick begegnen sich. Er beobachtet jede einzelne Bewegung von ihr und hat die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Das schwarze Haar fällt ihm verwegen ins Gesicht. Amanda bemerkt dieses einzigartige Glitzern in seinen Augen, was sich kaum mehr beschreiben lässt. Wie immer verraten sie nichts seiner Gefühle. Seine Augen sind so geheimnisvoll, so schwarz, wie die dunkelste Nacht. Einerseits verschlossen und doch so wundervoll und lebendig.
Amanda muss sich von ihm abwenden, da sie ansonsten vor Schmerz geschrieen hätte. Noch immer fasziniert er sie, dieser attraktive, mystische Junge. Er ist bisher der Einzige, der es schafft, ihr Herz langsamer und schneller schlagen zu lassen und das im selben Augenblick. Er ist einfach anders als die anderen, er ist etwas Besonderes.
„Hey, was ist denn los mit dir?!“ Tom hat den Kuss unterbrochen und schaut Amanda mit hochgezogenen Augenbrauen an. In seinem Blick liegt etwas leicht Vorwurfsvolles.
Die Schwarzhaarige wendet sich schnell wieder von Bill ab. Erschrocken und ertappt zugleich schaut sie Tom an.
„Ehm, tut mir Leid aber ich war in Gedanken!“, murmelte sie leise vor sich hin.
Doch Tom war ihren Augen bereits gefolgt und starrt nun seinen Bruder an. Er presst die Lippen aufeinander, so dass sein Mund wie eine schmale, gerade Linie wirkt. „Er kann es wirklich nicht lassen!“, zischt er. „Bill soll sich gefälligst um seinen eigenen Kram kümmern!“ Toms Augen verengen sich zu Schlitzen.
Bill, der die Wut seines Bruders bemerkt hatte, blickt nun an die Decke und summt irgendeine Melodie vor sich hin.
„Ach ich hab keine Lust mehr, wollen wir nicht lieber hoch gehen?!“, fragt Tom genervt.
Amanda nickt. „Klar, wie du willst!“
Sie schielt zu Bill herüber; er beobachtet sie erneut.
„Also komm, mein Süßer!“ Amanda greift nach Toms Hand und zieht in hinter sich her.
Das Wasser um sie herum beginnt auch langsam schon kalt zu werden und es fröstelt sie. Glänzende Wassertropfen rinnen ihr den Körper entlang und fallen vor ihr auf den Steinboden, kaum heraus aus dem Schwimmbecken.
Das Haar hängt ihr nass und schwer ums Gesicht herum. Zitternd schmiegt sie sich enger an Toms warmen Körper. Der Junge mit den Dreadlooks legt sofort bereitwillig einen Arm um sie.
„Lass uns das von vorhin nachholen!“, raunt Tom ihr ins Ohr und beginnt verschmitzt zu Grinsen. Amanda Lächelt bestätigend.
„Gerne“ Sie schweigt kurz. „Lass mich dann gleich bitte nur kurz einen Freund anrufen, damit er mir ein paar Sachen vorbeibringen kann.“
Kit gibt ihr den Koffer und verschwindet sofort wieder. Ansonsten mischt er sich nicht anderweitig in sie Sache ein.
„Ja klar.“ Tom nickt und zieht die Schwarzhaarige mit sich in Richtung der Duschen. Amanda spürt Bills stechende Blicke im Nacken. Sie dreht sich nicht mehr zu ihm um.
„Dann bis gleich, wir treffen uns dann im Zimmer, du musst nicht auf mich warten!“ Tom hatte die Handtücher, das Duschgel und den Schlüssel schnell herbei geholt. Er gibt Amanda ihr Zeug, sowie das kleine silberne Ding in die Hände. „Geh dann einfach rein!“
Tom drückt seine Lippen noch mal intensiv auf die von Amanda, ehe er in den Männerduschen verschwindet.
Seufzend wendet Amanda sich der anderen Tür zu und tritt in den stickigen Duschraum. Er ist völlig leer. Amanda atmet einmal tief ein und stellt sich unter das lauwarme Wasser.
Ein Gefühl von Sicherheit überkommt sie.
Ihre Gedanken wandern zu Bill und ein Lächeln huscht über ihr Gesicht.
Damals hat sie sich eingebildet, er wäre in sie verliebt. Doch es war nur eine Illusion, ein Traum. Heute ist es nicht anders, sein Interesse ist nicht echt. Er will nur etwas beweisen. Alles von ihm ist gespielt. „Doch was du nicht weißt Bill Kaulitz, diesmal spiele ich auch mit dir!“

Kapitel 19
~ Ein Telefongespräch mit Folgen? ~


Amanda hat das warme Handtuch fest um sich geschlungen, doch trotzdem fröstelt es sie. Ihre Füße, die immer noch leicht nass sind, tapsen lautlos über den kalten Steinboden.
Zahlreiche Portraits hängen an den Wänden, Amanda überkommt das ungute Gefühl von ihnen beobachtet zu werden. Die starren Augen folgen jeder ihrer Bewegungen. Amanda beschleunigt ihre Schritte und muss gleichzeitig über ihre eigene Einbildung grinsen. So etwas dummes aber auch.
Trotzdem ist sie erleichtert, als sie endlich vor Toms Zimmertür ankommt. Hektisch steckt sie den Schlüssel ins Schloss und tritt ein.
Sie ist sich ziemlich sicher, dass Tom wieder mehr als lange beim duschen braucht. Oder eher dafür, seine langen Dreadlooks trocken zu bekommen. Amanda hat ihre schwarzen Haare einfach zu einem Zopf gebunden, der Pony allerdings fällt ihr nass über die blauen Augen.
Stille herrscht um sie herum, ausschließlich das leise Knarren des Fußbodens ist zu hören, als Amanda langsam ins Bad geht, um sich ihre Klamotten wieder anzuziehen.
Anschließend zieht sie nur noch schnell ihren Liedstrich nach. Amanda hatte sich über die Zeit, nach der Wette bis hierhin, sehr verändert. Sie legt nicht mehr so viel Wert auf ihr Äußeres, trotzdem kann man sagen, dass sie sehr hübsch ist. Die ebenmäßigen Gesichtszüge, die strahlenden Augen und die wohlgeformten Lippen gehören einfach zu dir.
„Ich glaube ich werde jetzt mal Kit anrufen, kann ja noch dauern, bis Tom wieder kommt!“, geht es Amanda durch den Kopf, als sie dann etwas unsortiert in der Mitte des Raumes steht. Sie wirft einen kurzen Blick auf das Telefon, welches auf dem Nachttisch neben Toms Bett angebracht ist. Dann greift sie sich in die Hosentasche. Ihre Fingerspitzen stoßen gegen etwas Hartes; Kleingeld.
Um sich die Zeit etwas mehr zu vertreiben, beschließt Amanda nach unten zu gehen. Sie meint sich zu erinnern, dort ein Münztelefon gesehen zu haben.
Gut gelaunt tritt sie wieder hinaus in den Flur, die Zimmertür fällt mit einem dumpfen Knall hinter ihr zu. Mit dem Gedanken bestimmt vor Tom wieder hier zu sein, schließt sie zu, ehe sie mit wippendem Gang auf den Aufzug zugeht.
Die Eingangshalle ist nach wie vor prächtig und elegant. Das Telefon hängt neben einem kleinen Brunnen, der leise vor sich hinplätschert. Eine große, exotische Pflanze zieht sich zu seiner anderen Seite in die Höhe.
Amanda nimmt den Hörer ab und wirft das Geld in den Schlitz. Aufgeregt hämmert sie Kits Nummer ein. „Komm schon, geh dran!“, zischt sie leise, als ihr das monotone Tuten ins Ohr dringt.
„Ja, hallo?!“ Amanda überkommt ein Gefühl von Sicher- und Geborgenheit, als sie die bekannte Stimme ihres besten Freundes wahrnimmt.
„Hey Kit, ich bins!“, redet sie aufgeregt in die Muschel. Ihr ist, als könne sie Kits Lächeln durch den Hörer hindurch sehen.
„Oh Amanda, endlich! Ich hab schon auf deinen Anruf gewartet. Und wie siehts aus? Wie läufts mit der Rache?!“ Pure Neugierde schwingt in seiner Stimme mit.
Amanda muss leise lachen. „Es läuft alles super! Besser ginge es gar nicht. Tom ist schon total sauer auf Bill, weil der sich total an mich ran macht. Bill ist das im Moment noch egal, weil er es nicht so ernst nimmt. Aber warte mal ab, bald werden die beiden richtig anfangen zu streiten und dann… dann kann er in der Hölle schmoren!“ Auf Amandas Lippen zeichnet sich nun ein Grinsen ab. Bill kann nicht ohne Tom. Tom kann nicht ohne Bill. Die Zwillinge lieben einander…noch!
„Oh ha klingt ja ganz nach richtiger Rache!“, antwortet Kit beeindruckt. „Soll ich dir dann deine Sachen vorbeibringen?!“
Amanda überlegt kurz. „Mach das morgen früh okay? Ich glaube ich habe heute noch einiges zu tun… ich muss Tom erst mal zufrieden stellen, er darf nicht denken, dass ich auf Bill eingehe. Er soll glauben, dass jedes Handeln einzig und allein von seinem Bruder ausgeht, denn umso wütender wird er dann. “
Kit nickt. „Gut, ich komm dann so gegen 10 vorbei, geht das?!“
„Ja, das wäre perfekt!“, bestätigt Amanda ihm. Jetzt ist es gerade mal 1 Uhr Mittag.
Amanda merkt, dass ihr Magen immer leerer wird. Viel gefrühstückt hatte sie nicht, wie auch in Bills Anwesenheit.
„Ich werde Tom fragen, ob wir erst was essen gehen können, ehe wir es uns oben bequem machen“, denkt sie sich leise.
„Also schön, dann bis morgen! Viel Spaß bei der Rache!“, sagt Kit abschließend, wenn auch nicht mit großer Begeisterung.
Amanda lächelt. „Klar, danke werde ich haben! Die sind so was von dran. Tschüss!“
Erleichtert hängt sie den Hörer ein und dreht sich um.
Erschrocken zuckt Amanda zurück und schnappt nach Luft, als sie plötzlich in zwei schöne, braune Augen blickt.
Bill steht einige Meter von ihr entfernt gegen das Treppengeländer gelehnt. Seine Haare sind noch nass und hängen ihm glatt um das schöne, blasse Gesicht herum. Er hat die Arme verschränkt und auf seinen Lippen liegt ein überhebliches Grinsen. Seine Augen schimmern Amanda geheimnisvoll an.
Diese muss sich wieder mal eingestehen, dass er einfach nur unbeschreiblich gut aussieht. Und genau das weiß er auch.
„Hey Amelie!“ Seine vertraute und doch so schmerzlich fremde Stimme jagt ihr eine Gänsehaut über den Rücken. Amanda muss hart schlucken. Plötzlich kommt in ihr ein beunruhigender Gedanke auf. Hat er etwas von dem Telefongespräch mitbekommen?!

Kapitel 20
~Zurück in der Vergangenheit~


„Wa-was machst du denn hier?!“, bringt Amanda schließlich nur stotternd hervor.
Bills plötzliche Anwesenheit wirft sie völlig aus der Bahn. Ungeniert starrt sie ihn an, geblendet von seinem atemberaubenden Aussehen.
Eigentlich müsste er doch noch im Schwimmbereich sein. Doch anscheinend schien ihm genau wie Tom und Amanda die Lust vergangen zu sein.
Er hat sich bereits schon umgezogen und trägt eine verwaschene Jeans, die an einem Knie aufgerissen ist, dazu ein weißes Hemd. Die obersten Knöpfe sind offen und unter dem seidigen Stoff zeichnet sich sein schöner Körper ab.
Amanda muss woanders hinblicken, da sie sonst vor Sehnsucht und Verzweiflung noch in Tränen ausgebrochen wäre. Alles in ihr schreit nach dem Jungen, der so unmittelbar vor ihr steht und ihr doch so fern ist.
Auch wenn er nett und freundlich ist, wirkt er doch distanziert. Er lässt die Menschen glauben, dass sie ihm nahe stehen. Doch der Glauben, der Wunsch von ihm geliebt zu werden wird nie erfüllend sein. Denn Bill Kaulitz hat keine Gefühle.
„Na ja, mir war langweilig und da bin ich einfach mal so durchs Hotel gewandert und habe zu meiner Freude dich entdeckt!“ Er legt den Kopf schief und lächelt charmant. Eine Reihe von weißen, geraden Zähnen kommt zum Vorschein. Langsam kommt er Amanda ein paar Schritte näher. Diese beginnt unkontrolliert zu zittern.
„Ach so.“, ist alles was sie über die Lippen bekommt. Nervös blickt sie zu Boden. „Ich muss aber gleich wieder hoch. Tom wird sonst sehr böse!“ Amandas Stimme ist nicht mehr als ein Flüstern. Sie kreuzt die Arme, da sie sonst nichts anderes mit ihren Händen anzufangen weiß. Mit einem Fuß schart sie verlegen über den steinernen Boden.
Bill kommt ihr noch einen Schritt näher. „Ach, der wird das schon verkraften, wenn er ein paar Minuten warten muss“ Ein freches Grinsen zeichnet sich auf seinen Lippen ab. Selbstbewusst, fast schon herausfordernd blickt er Amanda an. In seinen Augen blitzt es auf.
„Meinst du?!“ Verunsichert erwidert die Schwarzhaarige seinen Blick.
Sie ist sich sicher, dass Tom es eben NICHT verkraften wird, doch anders gesehen wäre das hier nun auch eine perfekte Gelegenheit.
Bill steht nun unmittelbar vor ihr, nur wenige Zentimeter trennen ihn und Amanda voneinander. „Ja, ganz sicher!“, raunt Bill ihr ins Ohr.
Das Mädchen kann seinen heißen Atem auf ihrem Gesicht spüren und sein süßlich vertrauter Geruch steigt ihr in die Nase. Gierig schnuppert sie ihn ein.
Amanda fühlt sich hin und her gerissen.
Sie fühlt sich von Bills Augen und seiner Aura angezogen. Seine feinen, ebenmäßigen Gesichtszüge gleichen dem eines Engels. Die blasse Haut, betont durch seine tiefschwarzen Haare und die dunklen Augen, verleiht ihm die Erscheinung einer gebrechlichen Porzellanpuppe.
Amanda will einfach nur mit ihm zusammen sein und ihn spüren.
Doch andererseits weiß sie, dass ihre Gefühle nie erwidert werden und dass sie sich mit diesen Gedanken und Wünschen nur selbst das Messer in die offene Wunde rammt.
Wieder rum auf der anderen Seite braucht sie diese Situation für ihren Plan.
„Na dann vertraue ich dir mal?“ Amanda lässt ihre Worte mehr wie eine Frage klingen und legt den Kopf schief.
Bill kommt ihr noch näher, Amanda ist somit gezwungen ein paar Schritte nach hinten zurück zuweichen. Sie spürt die kalte Steinmauer, die ihr gegen den Rücken stößt.
„Du wirst es nicht bereuen!“ Sein Grinsen wird breiter. Mit beiden Händen stützt er sich links und rechts neben Amanda an der Wand ab. Durchdringend schaut er sie an.
„Hat Tom dir eigentlich schon mal gesagt, dass du wunderschön bist?!“ Für einen Moment glaubt Amanda einen Hauch von Sehnsucht in seiner Stimme zu bemerken.
„J-ja“ Sie muss schlucken.
Ihr kommt es vor, als wäre kaum Zeit vergangen. Als hätte es die Wette und das Spiel nie gegeben. Als wenn sie sich immer noch so nahe stehen würde, wie sie einst glaubte. Doch diese Einbildung wird immer eine Illusion bleiben.
„Na dann muss ich dir sagen, dass er vollkommen recht hat!“, haucht Bill ihr leise zu. Er senkt den Blick und fixiert Amandas Lippen.
Amandas Atmung beginnt immer schneller zu gehen, Bills eigentümlicher Geruch benebelt ihr die Sinne, sein warmer Körper bringt sie völlig aus der Fassung.
Sie ist ihm so nahe, trotzdem kann sie keinen einzigen Makel erkennen. An ihm ist alles perfekt.
Er neigt den Kopf zur Seite und seine Lippen kommen denen von Amanda immer näher. Sie spürt ein prickeln auf ihren Lippen. Ihr Herz rast und ihre Knie werden weich.
Bevor Bill ihr noch näher kommen kann beugt Amanda sich nach vorne und raubt sich den heiß ersehnten Kuss. Unerwartet und doch gewollt spürt sie Bills warme, pulsierenden Lippen auf ihren. Eine ungemeine Hitze geht von ihnen aus und verbreitet sich in ihrem gesamten Körper.
Amanda schließt langsam die Augen. Sie genießt diesen innigen und leidenschaftlichen Kuss.
Sie spürt Bills Hand in ihrem Nacken. Vorsichtig und doch bestimmend zieht er sie näher zu sich heran. Amanda schlingt die Arme um ihn und krallt sich an ihm fest.
Sie will ihn nie wieder los lassen, sie will dieses Gefühl auf ewig festhalten und seine Nähe nie wieder verlieren.
Alles andere ist unwichtig, das Einzige was zählt ist dieser Kuss und dieses unbeschreiblich gute Gefühl.

Kapitel 21
~Wie in einem Traum…einem Alptraum~


Plötzlich spürt Amanda Bills warme Zunge an ihren Lippen, wie sie sanft darüber streicht. Das vertraute, kühle Piercing jagt ihr eine eiskalte Gänsehaut über den Rücken. Amanda öffnet ihre Lippen bereitwillig und lässt sich von Bill in ein heißes und leidenschaftliches Zungenspiel verführen.
Bills Hand wandert zärtlich über Amandas Wange, mit seinem Körper drückt er sich noch enger an das Mädchen, welches nun die kalten Steine der Wand in ihrem Rücken spürt.
Bills Küsse werden immer fordernder und wilder. Wie ausgehungert liegen seine Lippen auf denen von Amanda, seine schönen Augen sind genießerisch geschlossen.
Amanda muss immer wieder notdürftig nach Luft ringen, da Bill ihr schlichtweg den Atem raubt. Sie ist hingerissen von dem Jungen, der nicht lieben kann und doch so viele Gefühle in ihr weckt, dass sie sogar den Racheplan kurzzeitig vergisst.
Bill seufzt leise in den Kuss hinein. Ein paar seiner dunklen Haarsträhnen fallen Amanda ins Gesicht und kitzeln ihre Haut.
Dieses ganze Handeln, dieser Kuss sind buchstäblich richtig für ihren Racheplan.
Bill verhält sich genau so, wie Amanda es von ihm erwartet hat. Gefühllos und Egoistisch. Dass Tom dabei verletzt wird ist ihm vollkommen egal. Genau diese Tatsache unterstützt Amanda bei ihrer Rache.
Abrupt lässt Bill von ihren Lippen ab und beginnt einzelne Küsse auf Amandas Hals zu hauchen. Diese spürt ein angenehmes Kribbeln in ihrer Magengegend, gefolgt von einem Stich in der Brust.
„Du … bist… wunderschön!“, nuschelt Bill leise vor sich hin. Seine Atmung geht stockend und unregelmäßig.
Amanda lächelt leise vor sich hin und legt den Kopf in den Nacken. Bill arbeitet sich indes immer weiter nach unten zu ihrem Schlüsselbein.
Plötzlich jappst das Mädchen erschrocken auf und löst sich aus Bills inniger Umarmung.
Der Schwarzhaarige wendet sich abrupt von ihrem Hals ab und schaut auf. „Was ist?!“
Ängstlich erwidert Amanda Bills Blick, während sie beobachtet wie aus seinem Gesicht langsam die Farbe weicht.
Gerade will er sich umdrehen, als Amanda beginnt wie wild den Kopf zu schütteln. „Ich kann das nicht! Es ist so schön aber auch so falsch!“
Bill reißt die Augen auf und runzelt die Stirn. „Hä, wie jetzt?“
Amanda muss sich bemühen, nicht die Augen zu verdrehen. Wie kann man nur so wenig Reue gegenüber seinem Bruder zeigen?!
„Na wegen Tom, ich bin doch bei ihm hier und ich kann ihm das doch nicht antun. Auch, wenn die Versuchung wirklich groß ist!“ Sie wirft Bill einen sehnsüchtigen Blick zu.
Dieser schaut immer noch nicht besonders Intelligent drein. Mit gekräuselten Lippen legt er den Kopf schief.
„Aber Tom muss es doch gar nicht erfahren“, sagt er langsam, wie, als müsse er sich selbst von seinen Worten überzeugen.
Herzloses Arschloch…
„Am Ende kommt sowieso alles raus!“, gibt Amanda zu bedenken und geht ein paar Schritte zur Seite – weg von Bill. Dieser verdreht nun seine schönen Augen.
„Ach Quatsch, Tom merkt schon nichts!“, versucht er Amanda weiter vom Gegenteil zu überzeugen. Er senkt den Kopf und blickt mit einen lauernden Ausdruck im Gesicht zu ihr auf. „Außerdem willst du es doch auch“
Er lacht kurz leise auf und kommt erneut ein paar Schritte auf Amanda zu.
Diese muss schlucken. Es zieht sie zu ihm hin, dem unverhohlen gut aussehendem Sänger. „Ich sehe es in deinen Augen!“ Bill ist ihr mittlerweile wieder so nahe, dass sie seinen heißen Atem auf ihrer Wange spüren kann.
Jedes einzelne Haar auf Amandas Körper richtet sich auf, wie als würde es magnetisch vom Himmel angezogen werden.
„Nein! Lass mich!“ Sie schüttelt wie wild den Kopf, was Bill ein hämisches Grinsen auf die Lippen zaubert. Lässig und selbstbewusst stemmt er sich die Hände in die Hüften, belustigt sieht er Amanda an und in seinen Augen glitzert es geheimnisvoll auf.
Was geht nur in ihm vor?
Amanda ist ratlos. Aber jetzt darf sie den Plan nicht aus den Augen verlieren!
„Jetzt tu nicht so!“ Lasziv fährt Bill sich mit seiner Zunge über die eigene Lippen. Das Piercing blitzt auf.
Amanda muss ihre Hände zu Fäusten ballen, da diese sich gerade selbstständig machen wollten, indem sie vorhatten sich in Bills schwarze Haarpracht zu krallen. Amanda beißt die Zähne zusammen.
„Doch ich tu so, also gib es auf!“ Mit diesen Worten wirbelt sie herum und stolziert durch die prächtige Eingangshalle. Ohne sich noch einmal umzudrehen marschiert sie eine Stufe nach der anderen weiter nach oben. Weg von ihm, weg von Bill!
Er ist so arrogant und selbstsicher. Er weiß, was für eine Wirkung er auf Mädchen hat und genau die macht er sich zum eigennutzen.
„Doch ich werde wieder rum dieses Wissen gebrauchen Bill, damit es dir zum Verhängnis wird!“



Fortsetzung folgt

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